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Nadine Härdter zeigte eine gute Leistung gegen Schweden © getty

Deutschlands Handballerinnen zeigen Nerven: Die Emrich-Truppe verliert gegen Schweden. Das Viertelfinale ist in weite Ferne gerückt.

Von Michael Schwartz

Peking/München - Die Nerven versagen den deutschen Handballerinnen.

Als WM-Dritter und Medaillenkandidat angetreten, droht nach der dritten Niederlage im vierten Spiel das Vorrunden-Aus.

Das Team von Bundestrainer Armin Emrich unterlag nach hartem Kampf gegen die bisher punktlosen Schwedinnen 26:27 (13:13) und rutschte auf den letzten Platz in der Gruppe B.

Im letzten Spiel wartet nun am Sonntag mit Russland der Weltmeister. Selbst ein Sieg aber reicht nur zum Weiterkommen, wenn sich Brasilien und Schweden unentschieden trennen.

Der Medaillen-Traum ist so gut wie geplatzt.

"Das tut weh. Das ist eine schmerzhafte Situation, die wir würdig ertragen müssen", meinte Emrich. "Als Sportler musst du jede Chance suchen. Wir haben noch eine rechnerische Möglichkeit. So oder so werden wir hoch erhobenen Hauptes ins Spiel gegen Russland gehen."

"Wir können das noch schaffen"

Seine Schützlinge ließen derweil ihren Tränen freien Lauf. "Wir haben zu keinem Zeitpunkt des Turniers unser wahres Leistungsvermögen abgerufen. Das ist wirklich bitter", meinte Spielmacherin Maren Baumbach.

Nur Stefanie Melbeck zeigte ein gequältes Lächeln: "Ich denke, wir können das Viertelfinale noch schaffen. Nach so einem Spiel muss man auch mal Zweckoptimismus verbreiten."

Schweden bestimmen erste Halbzeit

Schweden, mit drei Niederlagen in das Turnier gestartet, bestimmte in der ersten Hälfte das Geschehen.

Die DHB-Auswahl kämpfte um den Anschluss. Nina Wörz traf zum 6:6 (11.) und 11:11 (26.). Anja Althaus gelang drei Minuten vor der Pause die erste Führung (12:11), erst im zweiten Durchgang aber schien die deutsche Mannschaft die Nervosität abgelegt zu haben.

Althaus trifft drei Mal

Die eingewechselte Clara Woltering hielt gut, und Althaus warf mit drei Treffern ein 17:14 heraus (38.). Der Knoten schien geplatzt zu sein.

Doch das deutsche Team machte sich das Leben selbst schwer. Matilda Boson gelang der abermalige Ausgleich - 19:19 (43.).

In Unterzahl markierte Nadine Härdter mit einem artistischen Wurf aus der Drehung das wichtige 21:20.

Entscheidung kurz vor Schluss

22:22 stand es nach 50 Minuten, 23:23 nach 54 Minuten, 24:24 nach 56 Minuten. Das war nichts für schwache Nerven.

Mit Gewalt legte Grit Jurack das 25:24 vor (57.), Boson glich jedoch umgehend aus. Als Althaus ihre dritte Zeitstrafe sah, schwanden die deutschen Chancen dahin.

Linnea Torstenson nutzte die Überzahl aus - 26:25. Jurack schlug jedoch zurück. Noch 90 Sekunden.

Doch Teresa Utkovic behielt von außen die Nerven. Noch 60 Sekunden. Doch die DHB-Auswahl bekam keine Chance mehr.

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