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Rechtsaußen Luc Abalo spielt in der kommenden Saison in Paris © getty

Die Übermacht um Karabatic und Omeyer verteidigt als erstes Männer-Handball-Team den Titel. Starke Schweden kämpfen vergeblich.

London - Thierry Omeyer hüpfte ausgelassen über das Feld, Nikola Karabatic zeigte immer wieder die Faust, und dann machten sie bei der Medaillenvergabe alle den "Bolt-Blitz":

Als die französischen Handballer ihre Mission Gold am späten Sonntagnachmittag erfüllt hatten und das Siegertreppchen enterten, wurde die Arena von London endgültig zur blau-weiß-roten Partyzone (598710DIASHOW: Die Bilder des Tages). .

Mit dem 22:21 (10:8) gegen Schweden haben die Franzosen ihre Vormachtstellung im Welthandball eindrucksvoll zurückerobert und zum zweiten Mal nach 2008 die olympische Goldmedaille gewonnen.

Bronze holte Kroatien durch ein 33:26 gegen Ungarn (SERVICE: Der Medaillenspiegel).

"Das werde ich für den Rest meines Lebens nicht mehr vergessen. Der Erfolg vor vier Jahren war schon fantastisch, aber das hier war noch besser", sagte Frankreichs Trainer Claude Onesta nach der Wiederholung des Coups von Peking und versprach eine riesige Sause: "Der Champagner wird fließen, und wir werden viel Spaß haben."

Finalfluch der Schweden

Während der wieder einmal starke Omeyer den Triumph des Weltmeisters noch lange nach dem Schlusspfiff ausgelassen feierte, waren die Schweden um den Ex-Kieler Kim Andersson konsterniert.

Auch im vierten Endspiel konnten sie ihren Final-Fluch nicht besiegen. Für den Rekord-Europameister war es nach 1992, 1996 und 2000 die vierte Silbermedaille bei Olympischen Spielen.

Bester Torschütze auf Seiten der Franzosen war Michael Guigou mit fünf Treffern. Für die Skandinavier, die im Viertelfinale völlig überraschend Mitfavorit Dänemark aus dem Turnier gekegelt hatten, traf Niclas Ekberg (6) am häufigsten.

Schnuppern an der Sensation

Vor 12.000 frenetischen Zuschauern entwickelte sich von Beginn an ein hitziges Finale, in dem sich lange Zeit keine der beiden Mannschaften absetzen konnte. Auch weil Omeyer zunächst kaum einen Ball an die Finger bekam, führte Schweden schnell mit 5:3 (12.).

Erst im letzten Drittel der ersten Halbzeit steigerte sich der haushohe Favorit und ging mit einer kanppen Führung in die Pause.

Auch im zweiten Abschnitt ließen sich die Schweden nicht abschütteln. Noch in der 47. Minute schnupperten sie an der Sensation (16:17). Doch Frankreich rettete den Sieg über die Zeit.

Mit Wut ins Turnier

Die Franzosen waren mit einer gehörigen Portion Wut in das Turnier gegangen.

Angestachelt vom peinlichen Hauptrunden-Aus bei der EM im Januar in Serbien, wo die zuvor als unbesiegbar geltenden "Außerirdischen" erstmals nach acht Jahren das Halbfinale eines großen Turniers verpassten, gab es nur ein Ziel: den Olympiasieg.

"Wir sind gekommen, um unseren Titel zu verteidigen", hatte Omeyer, Torhüter des Champions-League-Siegers THW Kiel, im Vorfeld des Turniers gesagt.

Beutezug beginnt 2008

Genau wie neun andere Spieler im Kader war Omeyer dabei, als der imposante französische Beutezug vor vier Jahren begann.

Seit dem Olympiasieg 2008 gewann die Equipe Tricolore alles, was es im Welthandball zu gewinnen gibt.

Unter Trainer Claude Onesta wurde das Team zweimal Weltmeister (2009 und 2011) und Europameister (2010).

Ende einer Ära

Für Omeyer und Les Bleus markierte das Endspiel gegen Schweden das Ende einer Ära. Die Spiele von London werden wohl nicht nur für den 35 Jahre alten Familienvater die letzten sein.

Auch Abwehrchef Didier Dinart (35), Kapitän Jerome Fernandez (35) und die Brüder Bertrand und Guillaume Gille (36) dürften 2016 in Rio de Janeiro nicht mehr dabei sein.

Der Olympiasieg war ein würdiger Abschluss für die "alten" Franzosen.

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