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Das französische Nationalteam feierte in London den zweiten Olympiasieg in Folge © getty

Mit dem Olympiasieg in London dürfte für die Franzosen eine Ära zu Ende gehen. Um die Zukunft sorgen muss man sich aber nicht.

London - Auf diesen Moment hatte Nikola Karabatic lange gewartet.

Das olympische Finale war längst vorüber, da ließ der ehemalige Welthandballer in den Katakomben der Londoner Arena mächtig Dampf ab.

"Wir haben den Leuten, die uns bemitleidet haben, gezeigt, dass sie sich schlecht und dumm fühlen sollten", sagte Karabatic nach dem 22:21-Erfolg im Finale gegen Rekord-Europameister Schweden.

Die Genugtuung der "alten" Franzosen war nach dem zweiten Olympiasieg in Serie (Bericht) allgegenwärtig. Die heftige Kritik nach der verpatzten Europameisterschaft hatte ihnen arg zugesetzt.

"Sind das gleiche Team"

"Die Leute haben gesagt, wir wären alt und nicht gut genug. Aber wir haben dem Druck standgehalten", sagte Rechtsaußen Luc Abalo.

Und Karabatic ergänzte mit Stolz in der Stimme: "Es fühlt sich gut an, der Welt zu zeigen, dass wir noch immer das gleiche Team sind wie vorher."

Ende einer Ära?

Mit dem zweiten Olympiasieg in Serie hat es der Weltmeister, der bei der EM im Januar auf den elften Platz abgestürzt war, noch einmal allen gezeigt (598710DIASHOW: Die Bilder des Tages).

Doch die Frage nach der Zukunft des goldenen Teams stellt sich trotzdem.

Für die in die Jahre gekommene Mannschaft um Torhüter Thierry Omeyer vom Champions-League-Sieger THW Kiel und Rückraum-Star Karabatic dürfte das olympische Turnier das Ende einer Ära markieren.

Rio-Teilnahme unwahrscheinlich

Mit einem Durchschnittsalter von fast 31 Jahren hat die Übermannschaft der letzten Jahre ihren Zenit erreicht.

Zehn der 14 Spieler, die in London auf dem Parkett standen, waren auch beim Triumph von Peking dabei. Abwehrchef Didier Dinart (35), Kapitän Jerome Fernandez (35), Kreisläufer Bertrand Gille (34) und sein Bruder Guillaume (36) dürften 2016 in Rio de Janeiro wohl nicht mehr dabei sein.

Und auch Omeyer ist mit seinen 35 Jahren nicht mehr der Jüngste.

Nächste Generation steht bereit

Sorgen um die Zukunft braucht sich Frankreich, das seit dem Olympiasieg 2008 bis auf den EM-Titel im Januar alles gewonnen hat, trotzdem nicht machen.

In William Accambray (24), Xavier Barachet (23) und Cedric Sorhaindo (28) verfügen die Franzosen über genug Potenzial, um auch in den kommenden Jahren im Welthandball eine entscheidende Rolle zu spielen (SERVICE: Der Medaillenspiegel).

Rückraum-Ass Accambray bewies nicht zuletzt im Viertelfinale von London seine Klasse.

Seine sechs Tore beim 23:22-Erfolg gegen Spanien ebneten den Franzosen erst den Weg zum zweiten Olympiasieg in Serie.

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