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Henning Fritz wurde 2004 als erster Torwart zum Welthandballer gewählt. © getty

Im deutschen Handball-Tor vollzieht sich eine Wachablösung. Henning Fritz bleibt in Peking oft nur die Rolle des Ratgebers.

Peking - Seine Rolle hatte in diesen olympischen Tagen erstmal ein anderer.

Der Handball-Held, der den Kasten sauber hält, der die Vorderleute immer wieder antreibt und dessen Namen die Fans selbst in Peking nach gelungenen Paraden singen.

Das war Johannes Bitter bislang bei diesen Olympischen Spielen - Henning Fritz blieb zumeist nur selbst die Rolle als Zuschauer und Ratgeber von der Bank.

Irgendwie ganz still und leise schreitet die Wachablösung des 33 Jahre alten Fritz im Tor der Nationalmannschaft voran, auch wenn Bundestrainer Heiner Brand natürlich immer von seinen beiden Torhütern mit der Nummer 1 spricht.

"Wir haben keine Hierarchie", sagt der Erfolgscoach, der von beiden Keepern gleichermaßen Höchstleistungen erwartet.

Fritz' letzte Spiele?

Doch wie schon bei der EM 2008 in Norwegen hat Bitter im Vergleich immer mehr Spielanteile. In der chinesischen Hauptstadt stand er in vier Spielen dreieinhalb Stunden im Kasten, Fritz gerade mal 33 Minuten.

Es sind die vierten Sommerspiele für Henning Fritz, und vermutlich werden es seine letzten, auch wenn er selbst sagt: "Ich denke nicht darüber nach, ob das meine letzten Spiele sein werden. Ich habe nie einen Zeitpunkt genannt, wann ich aufhören möchte, deshalb mache ich mir jetzt auch keine Gedanken darüber, ob das meine letzten Spiele sein könnten."

Vertrag bis 2010

Sein Vertrag bei den Rhein-Neckar Löwen in der Bundesliga läuft noch bis Juni 2010. So richtig beweisen muss er sich oder den Fans ohnehin nichts mehr.

Spätestens seit seinen unzähligen Glanztaten bei der Heim-WM 2007 ist Fritz ebenso wie ein Christian Schwarzer oder Heiner Brand für immer ein deutscher Handball-Held.

Lange Erfolgsstory

Auch sein Auftritt bei den Spielen 2004 in Athen im Viertelfinale gegen Spanien, als er gefühlt jeden einzelnen Ball hielt, ist unvergessen.

Er war Europameister, Europapokalsieger, Deutscher Meister und Pokalsieger. 2004 wurde er sogar als erster Torwart zum Welthandballer gewählt.

Absoluter Teamspieler

Aber Henning Fritz ist ein absoluter Teamspieler, er weiß, wie wichtig ein guter Keeper für den Erfolg der gesamten Mannschaft ist.

Gestern war er der, der spielte, heute ist es eben der acht Jahre jüngere Bitter.

"Die Torwartposition verpflichtet zu sehr viel, denn die Torhüter entscheiden am Ende meistens die Spiele", sagt Fritz. Er weiß, wovon er spricht.

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