vergrößernverkleinern
Heiner Brand unwirsch: Das Vorrunden-Aus zählt zu seinen bittersten Momenten © getty

Das DHB-Team verliert gegen Dänemark und verpasst das Viertelfinale. Der Rückraum schwächelt. Brands Wechselspiele nutzen nicht.

Peking - Abgekämpft und glücklos sind die deutschen Handball-Weltmeister beim erhofften Sturm auf den Olymp vorzeitig gescheitert.

18 Monate nach dem WM-Triumph von Köln endete mit einem 21:27 (12:15) gegen Europameister Dänemark schon im letzten Gruppenspiel der Auftritt bei den Sommerspielen in Peking.

Sechs Tore von Michael Kraus reichten der ersatzgeschwächten Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand im Olympic Sport Center Gymnasium von Peking nicht mal zum Unentschieden, das bereits den Einzug ins Viertelfinale gesichert hätte.

Nach Silber 2004 in Athen, dem fünften Rang 2000 in Sydney sowie Platz sieben 1996 in Atlanta ist es das schwächste Olympia-Abschneiden für die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) seit dem zehnten Rang 1992 in Barcelona.

Mit Fritz im Tor

Mit dem olympischen Auftritt ging auch die Länderspielkarriere von Kreisläufer Christian Schwarzer endgültig zu Ende. "Blacky" hatte war wie schon bei der WM 2007 extra für das Großereignis noch einmal sein Comeback im Nationaltrikot gegeben.

Gegen Dänemark hatten die Deutschen schon bei der EM 2008 in Norwegen im Halbfinale verloren, als Lars Christiansen drei Sekunden vor dem Ende den entscheidenden Siebenmeter gegen Henning Fritz verwandelte.

Mit WM-Held Henning Fritz im Tor für den bislang überragenden Johannes Bitter ging Heiner Brand auch diesmal in das entscheidende Vorrundenspiel. Auf der Mittelposition sollte wieder Oliver Köhrmann Regie führen, doch wie schon im gesamten Turnier bekam der Großwallstädter nicht die gewünschte Ruhe und Kontrolle in die Partie.

Auch Haaß setzt kaum Akzente

Überhaupt haperte es im Rückraum: Der Nordhorner Holger Glandorf scheiterte gleich mit seinen ersten beiden Würfen von halbrechts am Pfosten und fiel danach als so dringend benötigter Torschütze erstmal aus. Erst in der 32. Minute zeichnete er sich dann erstmals aus.

Nach gut 20 Minuten versuchte es Brand mit dem Mindener Michael Haaß als Spielmacher. Auch der 24-Jährige konnte aber nicht die gewünschten Akzente setzen.

So blieb die Deckung um Abwehrchef Oliver Roggisch der stärkste Mannschaftsteil. Dahinter hielt im zweiten Durchgang der Hamburger Bitter, was zu halten war.

Schrecksekunde durch Kraus

Eine zusätzliche Schrecksekunde musste die Deutschen überstehen, als ihr bislang bester Torjäger Michael Kraus gleich nach dem Wiederanpfiff umknickte, nach kurzer Pause aber weitermachen konnte.

Auch aufgrund einiger Unkonzentriertheiten des im Turnierverlauf ebenfalls noch nicht überzeugenden Europameisters blieben die Deutschen zunächst zwar weiter dran, hatten bei einigen Abprallern und weiteren Pfosten- oder Lattenkrachern das Glück aber auch nicht immer auf ihrer Seite.

Beim Gegner kam zudem Torwart Kasper Hvidt immer besser ins Spiel und machte die deutschen Chancen in der zweiten Hälfte gleich reihenweise zunichte.

Auch alle Wechselspiele von Heiner Brand mit Christian Zeitz auf halbrechts und Sven-Sören Christophersen auf der anderen Rückraumseite halfen den Deutschen nicht mehr.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel