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Bertrand Gille spielt für den HSV in der Bundesliga © imago

Gold-Anwärter Frankreich prescht ins Halbfinale vor. Island wirft den Vize-Weltmeister raus. Auch der Europameister verliert.

Von Michael Schwartz

Peking/München - Top-Favorit Frankreich, Island und Kroatien haben das Halbfinale des olympischen Turniers erreicht.

Der EM-Dritte Frankreich setzte sich am Mittwoch zum Auftakt der K.o.-Runde gegen Rekord-Olympiasieger Russland 27:24 (13:10) durch.

Gegner der Franzosen in der Runde der letzten Vier ist der Olympiasieger von Athen: Kroatien warf den Europameister Dänemark mit 26:24 (14:12) aus dem Turnier.

Island wirft Polen raus

Die Isländer entwickeln sich derweil zum Schrecken für die erfolgreichen Mannschaften der WM in Deutschland.

Nach dem Sieg im Vorrundenspiel und dem daraus resultierenden Aus von Weltmeister Deutschland warfen die Skandinavier auch Vize-Weltmeister Polen aus dem Turnier.

Die Mannschaft um Starspieler Olafur Stefansson setzte mit 32:30 (19:14) durch und treffen im Semifinale auf Ex-Weltmeister Spanien, der Südkorea in einer lange ausgeglichenen Partie 29:24 (14:13) bezwang.

Gille trifft zur Führung

Die Russen, als Vierter der deutschen Vorrundengruppe B ins Viertelfinale eingezogen, boten den Franzosen nur in der Anfangsphase Paroli.

Mitte der ersten Halbzeit steigerte sich der Kieler Keeper Thierry Omeyer im Tor der Franzosen. Dank seiner Paraden übernahmen "Les Bleus" das Kommando.

Der Hamburger Bertrand Gille traf zum 8:7 (16.). Luc Abalo, nach Olympia Zugang bei Champions-League-Sieger Ciudad Real, erhöhte auf 10:7 (22.) und abermals Ex-Welthandballer Gille sorgte mit dem 13:8 für klare Verhältnisse.

Abalo eiskalt

Doch bei den Russen keimte dank zweier verwandelter Siebenmeter von Eduard Kokscharow (Celje) zum 10:13 noch einmal Hoffnung auf.

Allerdings vergab eben dieser Kokscharow nach Wiederbeginn dicke Chancen. Besser machte es die Mannschaft von Claude Onesta.

Der Ex-Gummersbacher Daniel Narcisse und Abalo sorgten mit dem 15:10 für eine beruhigende Führung.

Spannede Schlussphase

Nach dem 21:15 (Abalo, 44.) schien die Entscheidung gefallen, doch nach einigen Unkonzentriertheiten des Favoriten wurde es noch einmal spannend. Alexej Kamanin gelang der 21:22-Anschlusstreffer (51.).

Die Franzosen waren gefordert. Doch sie behielten die Nerven. Narcisse traf per Doppelschlag zum 24:21 (54.).

Olivier Girault setzte von Linksaußen mit dem 25:21 drei Minuten vor dem Ende noch einen drauf. Der Kieler Nikola Karabatic machte schließlich mit einem zweiten Tor zum 26:22 (58.) den Sack zu.

Island nie im Rückstand

Island ging nach einem Treffer von Gudjor Valur Sigurdsson nach 98 Sekunden in Führung und behielten diese bis zum Ende der Partie.

In den ersten 20 Minuten spielten die "Nordlichter" einen 11:7-Vorsprung heraus und bauten ihn bis zur Halbzeit auf fünf Tore aus - die höchste Führung der Begegnung.

Entscheidung in fünf Minuten

In der zweiten Halbzeit kamen das Wenta-Team zurück ins Spiel und nach 42 Minuten betrug der Rückstand nur noch ein Tor. Mateusz Jachlewski verkürzte auf 22:23. Näher kamen die Osteuropäer allerdings nicht heran.

Nach dem 26:27 von Bartlomiej Jaszka (54.) gelang den Polen in fünf Minuten nur noch ein Tor und Island zog auf 30:27 davon - die Entscheidung.

Im Halbfinale bekommt es Island nun mit dem Sieger der Begegnung Südkorea gegen Spanien zu tun.

Dänen kämpfen sich heran

Den Kroaten gelang gegen Dänemark die Revanche für das verlorene EM-Finale von Lillehammer in diesem Jahr.

Das Team von Trainer Lino Cerva setzte sich gleich auf 5:1 ab und baute den Vorsprung auf 9:4 aus.

Doch die Dänen kämpften sich heran und glichen fünf Minuten vor der Halbzeit durch Bo Spellerberg zum 10:11 aus. Mit dem Pausenpfiff erzielte Petar Metlicic jedoch das 14:12 für die Kroaten.

Ausgleich durch Christiansen

Einen 12:15-Rückstand verkürzte Lasse Boesen für die Skandinavier zweimal auf ein Tor. Der Flensburger Lars Christiansen schaffte den 16:16-Ausgleich und brachte seine Farben dann bei einem Tempogegenstoß in Führung.

Nach dem 18:19 durch Joachim Boldsen konterten aber die Kroaten und setzten sich auf 23:20 ab, obwohl ihr Superstar Ivano Balic schwächelte.

Die Dänen kamen noch mal auf 23:24 heran, doch nach dem Gegentor vom Nordhorner Goran Sprem ging dem Europameister die Zeit aus.

Rocas der Matchwinner

Im letzten Viertelfinalspiel zwischen Spanien und Südkorea setzte sich 39 Minuten lang kein Team mit mehr als einem Tor ab.

Doch dann legten die Südeuropäer sieben Tore in Folge zum 24:17 hin; vier davon erzielte Albert Rocas. Der Rechtsaußen vom FC Barcelona kam im Spiel auf acht Treffer.

Nach dem 27:19 durch Juan Garcias Siebenmeter fünf Minuten vor Schluss war die Entscheidung endgültig gefallen.

Bei den Südkoreaner ragte Jeong Yikyeong mit sieben Toren hervor.

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