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Alfred Gislason trainiert seit dieser Saison den THW Kiel © getty

Kiels Coach trainierte Island bis zur EM 2008. Bei Sport1.de freut er sich für "seine Jungs" und drückt die Daumen gegen Frankreich.

Von Michael Schwartz

Kiel/München - Wenn am Sonntag um 9.45 Uhr deutscher Zeit in Peking das Finale des olympischen Handball-Turniers angepfiffen wird, sitzt Alfred Gislason mit seiner Familie im Hotelzimmer vor dem Fernseher.

Der isländische Trainer des THW Kiel wird seinem Heimatland die Daumen drücken. Der Mannschaft, die er bis zur EM 2008 in Norwegen trainiert hatte und die in Peking mit dem unerwarteten Final-Einzug für Furore gesorgt hat.

"Natürlich halte ich zu Island. Da spielen ja ein paar Jungs, die ich seit meiner Kindheit kenne", sagt Gislason im Gespräch mit Sport1.de.

Frankreich in Favoritenrolle

Frankreich sei jedoch der Favorit. Und über einen Erfolg von "Les Bleus" würde er sich nicht ärgern.

"Sollten die Franzosen ihrer Rolle gerecht werden, bin ich nicht traurig. Ich freue mich dann für meine Freunde auf der anderen Seite, für Daniel Narcisse oder meine Kieler Spieler Nikola Karabatic und Thierry Omeyer."

"Unheimlich wichtig"

Gislason hat viel erreicht. Vor allem als Vereinstrainer.

Der Coup mit der Nationalmannschaft blieb aus. Den schaffte jetzt Gudmundur Gudmundsson. Der frühere Bundesliga-Coach führte den Außenseiter bis ins Endspiel.

Gislason freut sich für "seine Jungs". Dass die "Isis" so weit gekommen sind, "ist unheimlich wichtig für den Handball in Island".

Zwei Superstars

Doch so überrascht wie viele Experten ist Gislason nicht. "Wir hatten schon immer eine gute Mannschaft, aber diesmal sind die Verletzungsprobleme ausgeblieben."

Die Vorbereitung verlief gut, während des Turniers steigerte sich das Team um Olafur Stefansson (BM Ciudad Real) und Gudjon Valur Sigurdsson (Rhein-Neckar Löwen).

"Die werden sich zerreißen"

"Zudem hat die Mannschaft die Nerven behalten, gerade in engen Spielen", sagt Gislason.

"Und Island zeigt, dass Handball eine Mannschaftssportart ist."

Ob es auch zu Gold reicht? Für Gislason ist Frankreich "die beste Mannschaft auf der Welt".

"Aber ich kenne meine Jungs. Die werden sich zerreißen. Wenn viele einen sehr guten Tag haben, wer weiß, was dann möglich ist?"

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