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Am Ziel ihrer Träume: Abwehrchef Didier Dinart (l.) und Rechtsaußen Luc Abalo © getty

Dank eines bärenstarken Auftritts im Finale gegen Island holen die Franzosen um Omeyer, Karabatic und die Gille-Brüder Gold.

Peking - Der beste Handballer der Welt hüpfte mit weit aufgerissenem Mund durch das National Indoor Stadium und herzte immer wieder seine Teamkollegen.

Als Nikola Karabatic mit der französischen Nationalmannschaft den Olymp bestiegen hatte, kannte der Jubel in blau-weiß-rot keine Grenzen.

Mit einem nie gefährdeten 28:23 (15:10)-Erfolg im Finale der Spiele von Peking beendete die beste Mannschaft des Turniers auch den Siegeszug der Handball-Überraschung aus Island.

Olympia-Bronze hatte sich zuvor zum dritten Mal nach 1996 und 2000 Spanien gesichert. Im Spiel um Platz drei gewann der Ex-Weltmeister die Medaille durch einen 35:29 (12:14)-Erfolg über Athen-Olympiasieger Kroatien.

Omeyer eine Klasse für sich

"Wir haben es geschafft und es gibt nichts Schöneres", sagte Karabatic", ein Freund hat mir vorher gesagt, dass man ein Finale nicht spielt, sondern gewinnt. Das haben wir geschafft."

Mit acht Treffern bei neun Versuchen war der Welthandballer bester Werfer seines Teams und stand doch noch im Schatten seines Kieler Mannschaftskameraden Thierry Omeyer.

Der Torhüter krönte sein überragendes Olympia mit einer erneuten Glanzvorstellung im Finale und war damit der Liebling der zahlreichen französischen Fans.

Vier Bundesliga-Spieler mit Gold

"Das ist wie ein Traum. Der Druck war von Anfang an groß, aber wir hatten immer einen anderen Spieler, der für uns gewonnen hat", sagte Omeyer.

Da neben ihm und Karabatic auch die Gille-Brüder Bertrand und Guillaume vom HSV Hamburg die Goldmedaille umgehängt bekamen, starten gleich vier Olympiasieger Anfang September in die neue Bundesliga-Saison.

Bronze hatte Spanien durch ein 35:29 (12: 14) gegen Athen-Gewinner Kroatien gewonnen.

Island weiter ohne Olympiasieg

Für Frankreich war es nach Bronze 1992 in Barcelona, als im Spiel um Rang drei ebenfalls die Isländer bezwungen wurden, sowie zwei WM-Titeln und der Europameisterschaft 2006 das erste Olympiagold.

Das kleine Island muss dagegen weiter auf seinen ersten Olympiasieger überhaupt warten.

Insgesamt holten Olafur Stefansson und Co. in Peking aber die vierte Olympia-Medaille für die Vulkaninsel, auf der fast jeder der gut 316.000 Bewohner mit den Handball-Helden in Peking gefiebert hatte.

Stolzer Geirsson will feiern

Als sie die Silbermedaille dann um den Hals hatten, konnten auch die "Wikinger" schon wieder lächeln.

"Ich bin so stolz. Wir haben schon vorher gesagt: Egal, wie es ausgeht, wir feiern", sagte der Lemgoer Logi Geirsson, einer von vier Bundesliga-Profis bei den Isländern.

Franzosen nicht zu schlagen

Doch bei aller Freude mit dem Underdog, der zuvor noch nie das Finale eines großen Turniers erreicht und in der Vorrunde auch die ausgeschiedenen deutschen Weltmeister bezwungen hatte - den Franzosen hatten die Isländer nichts entgegenzusetzen.

Wenige Stunden vor der Schlussfeier im nur wenige hundert Meter entfernten "Vogelnest" waren die Franzosen an Effizienz nicht zu überbieten.

Bärenstarker Rückraum

Hinten leitete Omeyer immer wieder schnelle Tore ein, vorne glänzte der aktuell wohl beste Rückraum der Welt mit Karabatic, dem früheren Gummersbacher Daniel Narcisse, Cedric Burdet und Guillaume Gille.

Spanien-Legionär Jerome Fernandez war nach seiner Verletzung aus der Vorrunde noch nicht mal mehr dabei.

Nur einen einzigen Punkt im bereits bedeutungslosen letzten Vorrundenspiel gegen Vize-Weltmeister Polen gaben die Franzosen im gesamten Turnierverlauf ab.

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