Nach starker Generalprobe: Hockey-Entzug für DHB-Damen
Bremen/München - Seit fast einem Jahr arbeiten die deutschen Hockey-Damen nur auf ein Ziel hin - die Olympischen Spiele in London.
Für die letzte Woche vor dem Abflug hat Bundestrainer Michael Behrmann aber eine ganz besondere Maßnahme geplant: Hockey-Entzug.
"Das ist ein typisch deutsches Vorgehen, vor einem Turnier noch einmal für eine Woche den Schläger in die Ecke zu stelle. Eine Tradition, mit der wir immer gut gefahren sind", sagt Behrmann. Das Ziel ist klar.
"Den Kopf nochmal frei zu kriegen und Lust auf Hockey zu bekommen", erklärt Behrmann, dessen Team mit dem überzeugenden Turniersieg am Sonntag in Bremen nach dem 5:1-Erfolg gegen Olympia-Vorrundengegner Neuseeland die Vorbereitung auf die Spiele perfekt abgeschlossen hat.
"Da schütteln andere Nationen den Kopf"
Bis zum Abflug nach London stehen für das Team um Rekordnationalspielerin Natascha Keller, Kapitän Fanny Rinne und Mandy Haase, die alle bereits vor acht Jahren zum Gold-Team von Athen gehörten, nur noch drei Tage mit Regenerationsläufen und ein paar Athletik-Einheiten am kommenden Wochenende auf dem Programm.
Ähnlich gestaltete auch Herren-Bundestrainer Markus Weise die letzte Etappe seines Teams auf dem Weg zum erhofften nächsten Goldrausch nach dem Triumph 2008 in Peking.
"Da schütteln andere Nationen den Kopf", sagt Behrmann, der aber auf den deutschen Weg schwört: "Sonst wird man eher spielmüde."
Belgien-Pleite mit "Lerneffekt"
Dass seine Damen das nicht sind, zeigten sie eindrucksvoll in Bremen, mit den 5:1-Erfolgen gegen die Olympia-Vorrundengegner Südafrika und Neuseeland.
Und selbst dem kleinen Rückschlag beim zwischenzeitlichen 0:1 gegen Belgien, in London in der anderen Vorrundengruppe, konnte Behrmann etwas Positives abgewinnen.
"Ein guter Lerneffekt vor Olympia", sagte der Bundestrainer in seinem Fazit zur Generalprobe: "Die Mannschaft hat gesehen, was möglich ist, wenn wir zu 100 Prozent fokussiert an unsere Aufgaben herangehen. Und wir haben am Samstag auch gesehen, was passieren kann, wenn das nicht der Fall ist."
Behrmann hält sich bedeckt
Zu euphorisch will Behrmann aber noch nicht sein.
"Wir haben schon noch ein paar Sachen, die wir verbessern können", sagt er. Allerdings hat Behrmann beim letzten Test vor Olympia noch lange nicht alle Karten aufgedeckt.
"Wir haben schon noch ein bisschen was im Köcher", erklärt Behrmann und meint damit neben kleinen Variationen im Spielsystem noch ein paar Ecken-Varianten.
USA-Spiel besonders wichtig
Im ersten Spiel in Bremen gegen Südafrika "hatten wir zum Beispiel nur geschossen", sagt Behrmann, gegen Neuseeland fielen schon vier der fünf Tore nach Strafecken, eins davon nach einer schönen Variante durch Marie Mävers.
"Ich denke, wir sind auf einem guten Weg", sagt Behrmann, der insgesamt mit dem Leistungsstand seines Teams zufrieden ist und zuversichtlich auf das Turnier blickt.
"Ich glaube, wir können schon einiges erreichen, aber wir müssen uns auch klar sein, dass wir erst einmal die ersten Schritte machen müssen. Wir haben eine schwere Gruppe mit Argentinien und vier sehr laufstarken Mannschaften aus den USA, Neuseeland, Südafrika und Australien", sagt Behrmann.
"Der Auftakt gegen die USA ist aus meiner Sicht unser wichtigstes Spiel. Wenn wir da erfolgreich starten, ist uns viel zuzutrauen."
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