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Jan Philipp Rabente (M.) erzielte im Finale die Treffer zum 1:0 und 2:1 © getty

Das Weise-Team holt wie in Peking Gold. Durch zwei Traumtore von Jan Rabente gelingt die Revanche gegen die Niederlande.

Aus London berichtet Michael Spandern

London - Mit seinen ersten Turniertoren hat Jan Philipp Rabente Deutschland erneut auf den Hockey-Olymp geschossen.

Der Mittelfeldspieler sicherte mit einem sehenswerten Doppelpack den hart erkämpften 2:1 (1:0)-Finalsieg gegen die Niederlande und nach 1972, 1992 und 2008 das vierte Gold für die DHB-Herren.

"Ich wüsste nicht, dass ich schon mal zwei Tore für die Nationalmannschaft erzielt habe", sagte der Mülheimer, der danach gar nicht mehr wusste, dass er vor seinem Siegtreffer fünf Minuten vor Schluss um den gegnerischen Kasten gelaufen war.

"Ich stand einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Das war Schicksal."(SERVICE: Der Medaillenspiegel).

"Diese beiden Tore wird er sich in den nächsten Wochen mehr als 100 Mal auf Video anschauen", meinte Kapitän Max Müller zu SPORT1.

Weise lobt die Abwehrleistung

"Die Jungs haben ihren Job gemacht, obwohl der superschwer war", lobte Bundestrainer Markus Weise, der nach dem Triumph mit den Damen 2004 nun zum dritten Mal nacheinander Olympiagold feierte, vor allem die Defensivleistung.

"Wir haben die Holländer nicht so zur Entfaltung kommen lassen wie die anderen Teams vor uns", erläuterte er. "Natürlich gab es auch kritische Phasen, aber die Jungs haben danach sofort wieder nach vorn gearbeitet und sich belohnt!"

Als die Deutschen ganz oben auf dem Treppchen standen, rollten Rabente einige Tränen über die Wange, während Müller immer wieder hochsprang. ( 598333 DIASHOW: Die Bilder des Tages ).

Weusthofs Strafecke abgeblockt

In der Neuauflage des letztjährigen EM-Finals hatte das Oranje-Team bei schneidenden Winden in der Riverband Arena mehr Ballbesitz, aber Rogier Hofmann und Toptorschütze Billy Bakker scheiterten an Keeper Max Weinhold.

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Das Weise-Team führte die Zweikämpfe wie im Halbfinale gegen die Australier griffig, auch wenn sich der Gegner, der in der Vorrunde noch mit 3:1 gesiegt hatte, teilweise vor dem Schusskreis festsetzte.

Deutschland überstand auch die erste Strafecke, von denen die Niederlande im Turnier überragende 47 Prozent verwandelt hatte, da Roderick Weusthofs Schuss abgeblockt wurde.

Im Fallen am Goalie vorbei

Die erste nennenswerte Chance für den Europameister vergab Florian Fuchs, der von links in den Schusskreis eingedrungen war, aber mit der Rückhand verzog (23.).

Während Thilo Stralkowski eine Zeitstrafe absaß, gerieten Weinhold und der gegen ihn zu Fall gekommene Floris Evers aneinander, weitere Aufreger gab es während der Unterzahl nicht.

Dafür schlug Rabente zwei Minuten vor der Pause überraschend zu. Nach einem entschlossenen Alleingang chippte er den Ball im Fallen an Goalie Jaap Stockmann vorbei halbhoch ins Netz.

Pfostenschuss von Zeller

Die Niederlande, die wegen eines Schlüsselbeinbruchs auf Mittelfeldspieler Klaas Vermeulen verzichten mussten, hatten weiterhin ein Übergewicht.

Die besseren Chancen aber erspielte sich das Weise-Team: Erst scheiterte Christopher Wesley an Stockmann, dann Christopher Zeller am linken Pfosten (46.).

Als Kapitän Maximilian Müller eine Strafecke für Oranje verschuldete, stürmte Martin Haener in den Weg, bekam den Ball aber ebenfalls an den Fuß. Beim folgenden Versuch traf Mink van der Weerden mit Innenpfosten zum Ausgleich.

"Nur zwei Tore im Köcher"

Die Deutschen dagegen ließen zwei Strafecken aus, obwohl ihnen die letzte durch ein unbedrängtes Fußspiel fast geschenkt wurde.

Doch dann erzielte der gerade eingewechselte Rabente den umjubelten Siegtreffer - seinen erst achten im 78. Länderspiel. Dabei war der 25-Jährige zunächst vergeblich angerannt und von links ums Tor zurück aufs Feld gelaufen, um am kurzen Pfosten abzustauben.

"Wahrscheinlich hatte Rabi für dieses Turnier nur zwei Tore im Köcher", scherzte Torhüter Weinhold bei SPORT1, "und die hat er sich für heute aufgespart."

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