Hockey-Bundestrainer Michael Behrmann ist enttäuscht vom Internationalen Olympischen Komitee, weil er und sein Assistent Natascha Kellers Auftritt als Fahnenträgerin nur vor dem Fernseher erleben dürfen. "Ich bin traurig, denn ich und mein Co-Trainer dürfen leider nicht mit zur Eröffnungsfeier. Das IOC hat vorgesehen, dass nur Sportler einmarschieren", sagte der Damen-Coach am Donnerstag.
"Wir sind sehr enttäuscht darüber, denn gerade die Leute, die in den letzten sechs Jahren viel Zeit für das Team investiert haben, sind jetzt nicht dabei", sagte Behrmann: "Man muss ganz klar sagen: Ohne diese Leute wäre meine Mannschaft nicht für Olympia qualifiziert. Und dann gäbe es auch keine Fahnenträgerin Natascha Keller."
Die 35 Jahre alte Berlinerin, eine von noch drei Olympiasiegerinnen von 2004 bei den deutschen Hockey-Damen, wird am Freitag das deutsche Olympiateam bei ihrer fünften Teilnahme ins Stadion führen, worüber sich Behrmann riesig freut: "Ich bin unheimlich stolz, dass ich sie jetzt trainieren darf und freue mich für sie. Sie hat es absolut verdient, denn sie ist ein ganz toller Mensch."
Auch Herren-Bundestrainer Markus Weise, unter dessen Regie Keller in Athen Gold holte, sagte: "Es wird sicher ein fantastisches Erlebnis für Natascha. Es passt zu ihrer Karriere."
Keller hat seit der Bekanntgabe ihrer Fahnenträger-Rolle am Mittwoch viele Glückwünsche erhalten. "Es haben sich sogar Leute aus meiner Schulzeit wieder gemeldet", erklärte sie. Am Donnerstag habe sie es dann geschafft, "mal ein bisschen runterzukochen und das Ganze zu verdauen. Wenn es dann soweit ist, werden sicher die Knie ein bisschen zittern, aber die Freude überwiegt."
Schwer gefallen war es Keller, nach dem entscheidenden Gespräch mit dem Chef de Mission Michael Vesper am Dienstag gegenüber ihren Teamkolleginnen bis zur offiziellen Präsentation am darauffolgenden Vormittag dicht zu halten. "Ich bin eine schlechte Lügnerin und keine gute Schauspielerin. Es war schwierig, sich rauszureden", sagte sie.

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