vergrößernverkleinern
Nadine Kleinert erhielt 2004 in Athen nachträglich die Silbermedaille © getty

Vor dem Boxen will Kugelstoßerin Nadine Kleinert noch einmal in Peking auf Medaillenjagd gehen. "Ich traue mir eine Medaille zu."

Peking - Dass Nadine Kleinert spätestens im nächsten Jahr in den Boxring steigen will, ist längst bekannt.

Doch vorher will die Olympia-Zweite von Athen 2004 im Kugelstoß-Ring nochmal richtig zuschlagen.

"Ich trau' mir eine Medaille zu. Dass einige in der Welt 2008 deutlich weiter gestoßen haben, interessiert mich dabei wenig", sagt die deutsche Medaillenhoffnung vor dem Leichtathletik-Auftakt in Peking am Samstag (3.10 Uhr/9.10 Uhr MESZ LIVE).

Es ist deutlich spürbar: Die 1,91 m lange Magdeburgerin, 2007 WM-Dritte in Osaka, ist gut drauf.

"Aggressiv und locker zugleich", sagt Trainer Klaus Schneider, der schon so lange mit Nadine Kleinert zusammenarbeitet, wie die bei der Bundeswehr ist: 16 Jahre.

"Nadine war nie besser als heute", glaubt Schneider.

Box-Training hilft

Das liegt auch an dem Box-Training, das sie aus einer Bierlaune heraus von Oktober bis Dezember beim SES-Stall von Ulf Steinforth in Magdeburg betrieb.

Der Ausflug ins andere Metier eröffnete der 32-Jährigen, der eine berufliche Ausbildung fehlt, nicht nur eine Perspektive für die Zeit nach dem Kugelstoßen.

Er nutzte auch der Peking-Form. "Es half physisch und psychisch", erklärt Schneider.

Viel Medienpräsenz

"Nadine hatte durch ihr Boxtraining viel Medienpräsenz, und sie ist ja ein Mensch, der sich darin sonnen kann. Zum anderen hat sie sowohl Basiskraft als auch Kraftwerte weiterentwickelt. Sie hat fast bei allen Zubringerwerten Bestleistungen erreicht."

Auch Nadine Kleinert weiß, dass sie der Ring-Tausch bezahlt gemacht hat.

"Das Seilspringen vom Boxtraining hat mich schnell gemacht. Und hinsichtlich der Kraftwerte habe ich ohnehin das Gefühl: je älter ich werde, desto stärker werde ich. Es ist halt wie beim Wein."

Zwei Weißrussinnen an der Spitze

Mit einer Weite von 19,80 m ist Nadine Kleinert 2008 in diesem Jahr die Nummer vier in der Welt hinter den Weißrussinen Nadeschda Ostaptschuk (20,98) und Natalja Michnewitsch (20,70).

Erst danach folgt Neuseelands Weltmeisterin Valerie Vili, die mit ihren 20,13 m aber wohl längst nicht alles gezeigt hat.

Aber: "Auch Nadine kann noch zulegen. Ich hoffe die 20 Meter fallen im Finale", sagt Klaus Schneider, dessen Schützling vor drei Jahren mit 20,06 m schon einmal die Grenze zur absoluten Weltklasse überschritten hatte.

Vom Kugelstoßen zum Boxen?

Läuft es in Peking glänzend für Kleinert, könnte der Wechsel zum Boxen noch dieses Jahr über die Bühne gehen.

"Dann wäre sie im Blickpunkt und gefragt", glaubt Schneider. Ansonsten behält er seine Nadine noch bis zur WM 2009 in Berlin.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel