vergrößernverkleinern
Lilli Schwarzkopf wurde 2007 in Osaka WM-Fünfte © getty

Im Siebenkampf sinken die Medaillenchancen der Deutschen auf ein Minimum. Eine zweifelt an den Leistungen der Konkurrentinnen.

Peking - Erst kam sie nur schwer in Gang, dann stockte ihre Aufholjagd: Medaillenhoffnung Lilli Schwarzkopf hat nach dem ersten Tag des olympischen Siebenkampfes trotzdem noch eine kleine Chance auf Bronze.

Die Paderbornerin muss allerdings in den verbleibenden drei Disziplinen hart kämpfen und auf Patzer der Konkurrenz hoffen, um noch aufs Treppchen springen zu können.

Nach einem schwachem Start holte Schwarzkopf im Kugelstoßen mit 14,61 m auf, geht aber nur als 14. mit 3694 Punkten in den zweiten Tag.

Die 24-Jährige ist eine hervorragende Speerwerferin und baut vor allem auf diese Disziplin. "Mein Leistung war bescheiden stabil. Ich hoffe, dass es morgen besser wird, kann mir aber keinen Fehler mehr erlauben", sagte sie.

Oeser führt Trio an

Zur "Halbzeit" führte die EM-Vierte Jennifer Oeser das deutsche Trio an. Sie ist aber schon 67 Zähler hinter ihrem Durchgangswert bei der Bestleistung von 6436 Punkten im Juni in Ratingen.

Schwarzkopf fehlen nur zwölf Zähler im Vergleich zu den 6536 Punkten, die sie vor zwei Monaten erzielte. Auf Rang 17 (3648) liegt Sonja Kesselschläger aus Neubrandenburg, die vor vier Jahren bei Olympia in Athen am Ende Sechste war.

Fountain auf Gold-Kurs

In Abwesenheit der nur im Weit- und Dreisprung startenden schwedischen Siebenkampf-Olympiasiegerin Carolina Klüft, steht die Amerikanerin Hyleas Fountain als Erbin bereit. Sie führt mit 4060 Punkten und nimmt Kurs auf 6750 Zähler.

Um die Medaillen kämpfen die beiden Ukrainerinnen Natalja Dobrynska (3996) und Ljudmilla Blonska (3912), die Britin Kelly Sotheron (3938) sowie Russlands Tatjana Tschernowa (3749).

Schwarzkopf ist im Medaillenkampf nur noch Außenseiterin. Sie hatte mit 13,73 Sekunden über die Hürden schwach begonnen, auch die 1,80 m im Hochsprung waren kaum besser. Erst mit der Bestleistung im Kugelstoßen begann die Aufholjagd. Die 25,25 Sekunden über 200 m waren solide.

Oeser zweifelt an Leistungen

Die nach dem ersten Tag führende Fountain, deren bislang bestes Ergebnis Rang acht bei der Hallen-WM 2006 im Fünfkampf war, punktete vor allem mit 1,89 m im Hochsprung.

Die 27-Jährige muss ihre Siegesambitionen im Weitsprung, der ersten Disziplin des zweiten Tages unterstreichen, wo ihre Bestmarke bei 6,88 m steht.

Unglücklich über ihren Auftritt war Jennifer Oeser, die zu keinem Zeitpunkt an ihre Leistung von Ratingen anknüpfen konnte: "Morgen sollte ich besser meinen Kopf ausschalten und nicht so viel denken. Es überrascht mich, wie hier einige ihre Leistungen gesteigert haben. Ich will jedoch nichts Böses unterstellen, doch es ist schon auffällig."

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel