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Jennifer Oeser scheitert in der zweiten Disziplin des Siebenkampfes an 1,83 Metern © getty

Lilli Schwarzkopfs Medaillen-Hoffnungen erhalten einen Dämpfer. Kugelstoßer Peter Sack ist raus, Sprinter Tobias Unger kommt weiter.

Peking - Lilli Schwarzkopfs Bronze-Hoffnung im Siebenkampf erhielt zum Auftakt der olympischen Leichtathletik einen Dämpfer.

Vor gut 80.000 Zuschauern im fast ausverkauften "Vogelnest" büßte die Paderborner Weltranglisten-Fünfte gegenüber ihren 6536 Punkten bei der Olympia-Qualifikation in Ratingen bereits 57 ein und liegt nach zwei Disziplinen mit 1995 Zählern nur an 15. Position.

Auf Goldkurs nach dem Disziplinwechsel von Schwedens Olympiasiegerin Carolina Klüft zum Weit- und Dreisprung ist die Amerikanerin Hyleas Fountain (2251).

In Runde eins scheiterte bei noch erträglichen Temperaturen um knapp 30 Grad und 90 Prozent Luftfeuchtigkeit von drei Deutschen nur einer: Kugelstoßer Peter Sack verpasste um einen Zentimeter den Final-Vorkampf am Abend.

Unger hauchdünn weiter

Dagegen kam der EM-Vierte Markus Esser (Leverkusen) mit 77,60 Metern sicher ins Hammerwurf-Finale am Sonntag.

Erst nach Auswertung der Tausendstelsekunden stand fest, dass der 200-Meter-Olympiasiebte Tobias Unger (Kornwestheim) in schwachen 10,46 Sekunden (1,3 Meter Gegenwind/Sekunde) als 40. die zweite Runde über 100 Meter erreicht hatte.

Sprint-Stars mit angezogener Handbremse

Die Sprintstars starteten ihre Show nach der Konroll-Offensive der Dopingjäger mit 32 Urin- und Blutttests binnen einer Woche bei Jamaikas Assen unspektakulär.

Weltrekordler Usain Bolt kam gleich im ersten Vorlauf in 10,20 Sekunden spielerisch leicht weiter, sein Vorgänger Asafa Powell im zweiten Lauf in 10,16.

Ganz locker lief auch Weltmeister Tyson Gay (USA) im fünften Vorlauf in 10,22 in die nächste Runde. Schnellster der zehn Läufe war der Brite Tyrone Edgar in 10,13. Er ist im Zwischenlauf Ungers Gegner.

"Kleiner Arschtritt"

"Das war ein guter Weckruf, ein kleiner Arschtritt, damit ich nicht wieder auf den letzten 50 Metern den Bezug zum Rennen verliere. Das passiert mir am Abend nicht nochmal", meinte Unger.

Der Schwabe hatte bereits vor dem Auftakt gesagt, entscheidend sei für ihn in erster Linie, sich für die Staffel warmzulaufen.

Dabei wäre es schön, über 100 Meter ein oder zwei Runden weiterzukommen.

Esser im Finale

Hammerwerfer Markus Esser erzielte die sechstbeste Weite, einziger 80-Meter-Werfer war der Ungar Krisztian Pars (80,07).

"Das war die beste Qualifikationsleistung meiner Karriere. Jetzt möchte ich im Finale besser sein als bei Rang 11 vor vier Jahren in Athen", meinte der WM-Achte.

"Es kotzt mich an"

Peter Sack, der um Haaresbreite scheiterte, hatte das Pech, dass erstmals in der Olympia-Geschichte 20 Meter nicht für den Endkampf reichten.

"Ich habe schlecht gestoßen und kein Glück gehabt. Es kotzt mich an, dass der eine Zentimeter fehlt", meinte der 29 Jahre alte Sachse, der bei sechs Großereignissen zum fünften Mal das Finale verpasste.

Ausgefallen war am Vortag nach einem Muskelteilriss in der rechten Wade der Neubrandenburger Europameister Ralf Bartels. Damit waren nur noch 59 deutsche Leichtathleten in Peking vertreten.

Siebenkämpferinnen mit Startschwierigkeiten

Lilli Schwarzkopf war zum Auftakt in 13,73 Sekunen über 100 Meter Hürden deutlich langsamer als acht Wochen zuvor (13,51) gestartet und sprang dann nur 1,80 Meter statt 1,82 Meter.

Besser machte es die Leverkusener EM-Vierte Jennifer Oeser (13,57/1,82), die nach zwei Übungen mit 2018 Zählern als 13. beste Deutsche war.

100 Punkte weniger als in Ratingen verzeichnete die Neubrandenburger Olympia-Sechste Sonja Kesselschläger (13,50/1,77), mit 1991 Zählern an Position 16.

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