Drama um Hürden-Star Liu - Gold für Pearson
London - Usain Bolts größte Sorge nach seinem souveränen Einzug ins Halbfinale über die 200 m galt dem chinesischen Hürden-Star Liu Xiang.
Für den Olympia-Sieger von 2004 war nach einem Riss der Achillessehne wie schon in Peking 2008 im Vorlauf Schluss.
"Es muss sehr hart für ihn sein, dass ihm das zum zweiten Mal in Folge passiert", sagte Superstar Bolt.
Mit 20,39 Sekunden löste der viermalige Goldmedaillengewinner aus Jamaika in London (täglich im LIVE-TICKER) ebenso locker sein Ticket für die Vorschlussrunde wie sein großer Herausforder und Landsmann Yohan Blake (20,38).
Ein tragischer olympischer Held
Liu war kurz zuvor auf seinem linken Bein die komplette Strecke entlang gehüpft, hatte die letzte Hürde auf seiner Bahn vier geküsst und unter dem Jubel der 80.000 Zuschauer die Ziellinie überquert.
Dann mussten Jackson Quinonez und Andrew Turner Chinas Superstar stützen, um ihn schließlich in einen Rollstuhl zu setzen. Vier Jahre nach dem Drama von Peking war Liu Xiang erneut ein tragischer olympischer Held.
Wie Cheftrainer Feng Shu Yong am Nachmittag mitteilte, hat sich Liu einen Achillessehnenriss im rechten Fuß zugezogen. "Er hatte in den letzten Jahren die bestmögliche medizinische Betreuung, aber von so einer Verletzung an der Achillessehne erholt man sich nie ganz."
Pearsons nächste Krönung
Weltmeisterin Sally Pearson krönte sich indes über 100 m Hürden auch zur Olympiasiegerin.
Die Australierin gewann in Jahres-Weltbestzeit von 12,35 Sekunden knapp vor Peking-Siegerin Dawn Harper (12,37) und Kellie Wells (beide USA/12,48) ( SERVICE: Der Medaillenspiegel).
Makhloufi überrascht über 1500m
Gold im Hochsprung ging an den Russen Iwan Uchow (2,38) vor Erik Kynard (USA/2,33). Jeweils Bronze gab es für das mit 2,29 m höhengleiche Trio Robert Grabarz (Großbritannien), Mutaz Barshim (Katar) und Jamie Nieto (USA).
Überraschungssieger über 1500 m wurde der Algerier Taoufik Makhloufi in 3:34,08 Minuten vor Loenel Manzano (USA/3:34,79) und dem Marokkaner Abdalaati Iguider (3:35,13).
Das Kenia-Trio um Peking-Sieger und Weltmeister Asbel Kiprop, der Letzter wurde, ging leer aus. Carsten Schlangen (Berlin) war im Halbfinale gescheitert.
Duell der Sprintnationen
Das Frauen-Finale über 200 m wird zum Duell der Sprintnationen USA und Jamaika. Sanya Richards-Ross in 22,30 Sekunden und Allyson Felix (beide USA) in 22,31 hatten knapp die Nase in der Endabrechnung aller drei Läufe vorn hatten.
Die zweimalige Olympiasiegerin über die 100 m, Shelly-Ann Fraser-Pryce, lag mit 22,34 zwei Hundertstelsekunden hinter ihrer jamaikanischen Teamkollegin Veronica Campbell-Brown (22,32), die in Peking Gold gewonnen hatte ( SERVICE: Der Olympia-Zeitplan).
Idowu plagt die Hüfte
Die britischen Hoffnungen auf Gold im Dreisprung durch Phillips Idowu platzten bereits in der Qualifikation.
Angesichts langwieriger Hüftprobleme kam das Aus mit 16,53 m für den Olympia-Zweiten von 2008 aber nicht überraschend. Weltmeister Christian Taylor (USA/17,21 m) war einmal mehr nicht zu schlagen.
Weltmeister David Rudisha aus Kenia erreichte locker das Finale über 800 m. Der Weltrekordler und Topfavorit gewann sein Halbfinale in 1:44,35 Minuten.
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