Bolt: Handbremse statt High Noon
London - High Noon war noch ein bisschen früh für Usain Bolt.
Zwar gewann der schnellste Mann der Welt seinen Vorlauf über die 200 m leicht und locker in 20,39 Sekunden, doch im hellen Tageslicht von London sahen die 80.000 Zuschauer im Olympiastadion nicht mehr als einen Lauf mit angezogener Handbremse.
Komplett humorlos spulte auch 100-m-Weltmeister Yohan Blake seinen Lauf in 20,38 Sekunden herunter (DIASHOW: Die Bilder des Tages).
Die beiden jamaikanischen Supersprinter stehen damit in den Halbfinals am Mittwochabend (ab 21.10 Uhr im LIVE-TICKER) und gelten auch über die halbe Stadionrunde als große Favoriten auf Gold und Silber ( SERVICE: Der Medaillenspiegel).
Ein Lauf zum Genießen
Vergeben wird Edelmetall am Donnerstag (ab 21.45 Uhr im LIVE-TICKER). Bolt will nach dem 100-m-Triumph über Blake mit dem 200-m-Gold endgültig Legendenstatus erreichen ( Bolts Botschaft: "Noch immer die Nummer 1").
"Es war ein einfacher Lauf, ich habe ihn genossen", sagte Bolt ( SERVICE: Der Olympia-Zeitplan).
Nach seinem 100-m-Sieg hatte Bolt noch einmal die Bedeutung dieses Rennens unterstrichen: "Ich werde nie sagen, dass ich der Größte bin, bevor ich nicht die 200 Meter gewonnen habe."
Bolt adelt Blake
Bolt, der sein erstes London-Gold mit den schwedischen Handballerinnen Jamina Roberts, Ulrika Agren und Isabelle Gullden standesgemäß gefeiert hatte und anschließend noch Sir Alex Ferguson aufgefordert hatte, ihm eine Chance beim englischen Fußball-Rekordmeister Manchester United zu geben, weiß aber auch um die Stärke seines Freundes und Trainingspartners Blake.
"Er ist der Beste. Er hat gezeigt, dass er Großartiges leisten kann", sagte Bolt nach den Vorläufen. Blake hatte Bolt bei den Trials über 200 m besiegt und den Weltrekordler (19,19) wachgerüttelt.
Weltrekordler gegen Weltjahresbesten
In London kam die Kampfansage von Bolt. "Ich habe Yohan Blake gesagt, dass die 200 Meter anders werden. Ich werde es nicht zulassen, dass er mich noch einmal schlägt."
Blake ist seit 2011 der zweitschnellste Mann (19,26) auf den 200 Metern. Entsprechend selbstbewusst war auch sein erster Auftritt.
Aus den 100 Metern gelernt
"Ich habe getan, was mein Trainer mir gesagt hat und mich qualifiziert. Ich fühle mich gut", sagte Blake: "Aus den 100 Metern habe ich viel gelernt, sie haben mir viel Selbstvertrauen gegeben. Ich liebe diese Strecke."
Blakes Blick gilt nicht Bolt, "ich konzentriere mich auf mein Rennen und nicht darauf, Usain zu schlagen".
Das wird sowieso schwer genug. Denn spätestens am Donnerstagabend geht die große Bolt-Show wieder auf Sendung.
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