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Lilli Schwarzkopf verlor die entscheidenden Punkte schon am ersten Tag © getty

Der Traum von der Siebenkampf-Medaille für Lilli Schwarzkopf ist ausgeträumt. Das ukrainische Sieger-Duo wirft Fragen auf.

Peking - Die Ukrainerin Natalja Dobrynska ist die Erbin von Schwedens Siebenkampf-Königin Carolina Klüft.

Die deutsche Medaillenträume platzten dagegen früh:

Beim überraschenden Olympiasieg der um erstaunliche 346 Punkte auf 6733 Zähler verbesserten WM-Achten war die als Bronzekandidatin gehandelte WM-Fünfte Lilli Schwarzkopf nach einem mäßigen Start und nur 5,96 m im Weitsprung zum Auftakt des zweiten Tages chancenlos. Sie belegte Platz neun (6379).

Den ukrainischen Doppelsieg machte die ehemalige Dopingsünderin Ljudmilla Blonska perfekt (6700). Bronze sicherte sich die Amerikanerin Hyleas Fountain (6619).

Dobrynska stark im Kugelstoßen

In Abwesenheit der nur im Weit- und Dreisprung startenden schwedischen Athen-Gewinnerin Carolina Klüft, die seit 2002 den Siebenkampf als Seriensiegerin dominierte, betrat Dobrynska mit 17,29 m im Kugelstoßen die Siegerstraße, obwohl zur Halbzeit noch Fountain führte.

Das deutsche Trio tat sich schwer. Die Leverkusenerin Jennifer Oeser (6360) als Zwölfte und die Neubrandenburgerin Sonja Kesselschläger (6140) als 17. hatten wie Schwarzkopf Mühe, an ihre Bestleistungen vom Qualifikationsmeeting im Juni in Ratingen heranzukommen.

Schwarzkopf verschläft den ersten Tag

Die 24-jährige Schwarzkopf, verpasste es am ersten Tag, sich in Stellung zu bringen. Da nützten auch 51, 88 m in ihrer Lieblinsdisziplin Speerwurf nichts mehr.

"Eigentlich wollte ich was Besseres, ich habe es ein bisschen versäbelt", beklagte Schwarzkopf.

Oeser meinte: "Versöhnlich ist zum Schluss die 800-m-Bestleistung." Und auch Kesselschläger war frustriert: "Das hätte ich mir anders erhofft."

Leistung mit Fragezeichen

Der Sieg von Dobrynska war für alle eine Überraschung. Bislang tummelte sie sich stets im Mittelfeld internationaler Titelkämpfe.

Ihre beste Freiluft-Platzierung war bei der WM 2007 Rang acht. Ein Jahr später wurde die 26-Jährige EM-Sechste. In Peking gelangen ihr insgesamt fünf Bestleistungen.

Trio zweifelt an Leistungen

"Sie hat wahrscheinlich sehr gut trainiert", kommentierte Schwarzkopf süffisant. Oeser meinte sarkastisch: "Das gibt mir Hoffnung, auch mal so viele Punkte zu machen. Es kann sich jeder seinen Teil denken, aber ich möchte sie nicht beschuldigen."

Schon im Vorfeld war zumindest ihre Landsfrau Blonska, von 2003 bis 2005 nach einem Positiv-Test auf anabole Steroide gesperrt, den deutschen Starterinnen nicht geheuer: "Ihr traue ich nicht über den Weg", sagt Kesselschläger.

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