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Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen war Betty Heidler Vierte © getty

Die Hammerwurf-Weltmeisterin überbietet die Qualifikations-Weite nur um einen Zentimeter. Auch die Konkurrenz schwächelt.

Peking - Mit Maßarbeit zog Betty Heidler am vierten Leichtathletik-Tag der Spiele von Peking ins Hammerwurf-Finale ein.

Die Weltmeisterin, die ihr Gold vor einem Jahr mit einem Vorsprung von zwei Zentimetern gewonnen hatte, überbot im zweiten Versuch der Qualifikation die geforderten 71,50 m um einen Zentimeter.

"Nach dem ersten Fehlwurf dachte ich: Bei der WM in Osaka war es auch so und letztlich ging alles gut. Das half. Jetzt werfe ich am Mittwoch mit um die Medaillen", sagte Heidler.

In der Weltrangliste steht die Olympia-Vierte in diesem Jahr mit 74,11 nur auf Rang zwölf - einige, die vor ihr platziert sind, warfen sich in Runde eins aber schon selbst aus dem Wettbewerb.

Auch die Konkurrenz schwächelt

In Heidlers Gruppe sind auch die sonst 75-m-Werferinnen Ivana Brkljacic (Kroatien/68,28 m) und Jelena Konewtsowa (Russland/67,83 m).

Nur als Elfte von zwölf Werferinnen erreichte die Weltranglisten-Erste Aksana Miankowa (Weißrussland) im letzten Versuch (69,77 m) das Finale.

Derartige Fehlschläge hat auch die deutsche Rekordhalterin (76,55) schon zur Genüge erlebt.

Ein neuer Kopf

Auch in den beiden wichtigsten Wettkämpfen der Olympiasaison lag die gebürtige Berlinerin mit Würfen unter 70 Metern böse daneben: sechste beim Europacup als Sechste mit 69,67 Meter und als deutsche Meisterin mit 68,64 Meter.

Immer sorgten technische Probleme für Irritationen. "Ich brauche einen neuen Kopf", hatte die Weltmeisterin auf dem Höhepunkt ihrer Krise festgestellt.

Ob Betty Heidler diesen nun hat? "Ich habe einiges umgeformt und bin ganz zufrieden damit", sagt sie.

75 Meter für eine Medaille

Doch man spürt: Trotz der Arbeit mit der Sportpsychologin Heike Kugler ist das ganz große Vertrauen in das eigene Können ist noch nicht da. Das wird deutlich an dem Satz: "Einerseits weiß man, was man drauf hat. Andererseits muss man es umsetzen ..."

75 Meter sind für eine Medaille nötig aus Sicht von Betty Heidler, der im Oktober entzündetes Gewebe aus dem Knie entfernt worden war.

Die größte Rivalin sieht sie in Kubas Olympiasiegerin Yipsi Moreno; die freilich verpasste vor einem Jahr ihren dritten WM-Titel, weil die Jurastudentin von der Fernuniversität Hagen auch da Maßarbeit leistete.

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