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Jelena Issinbajewa stellte bereits ihren 24. Weltrekord auf © getty

Die Rekordjagd im Pekinger "Vogelnest" geht weiter. Stabhochspringerin Issinbajewa holt sich ihren 24. Weltrekord und Gold.

Peking - Sie machte einen Salto und warf Kusshände ins Publikum: Als Stabhochsprung-Kosmonautin Jelena Issinbajewa bei den Olympischen Spielen in Peking den Sternen nach einer beeindruckenden Flugshow ein weiteres Stück nähergekommen war, feierte sie im Stile eines Superstars.

Mit 5,05 m stellte die Russin den 24. Weltrekord ihrer Karriere auf. Dabei steigerte sie ihre eigene, gerade 20 Tage alte Bestmarke um einen Zentimeter und holte wie vor vier Jahren in Athen Olympiagold.

"Ich wollte den Rekord für die Zuschauer und meinen Trainer. Er hat zu mir vorher gesagt: Wir haben so hart gearbeitet, jetzt mach es. Ich dachte mir: Er hat Recht", sagte die 26 Jahre alte Überfliegerin nach ihrem letzten Sprung, bei dem nicht mal die Latte wackelte.

Nerven wie Drahtseile

Vor der erneuten Rekordjagd hatte Issinbajewa Nervenstärke bewiesen.

Zweimal, bei 4,95 und der neuen Bestmarke, musste sie in den dritten Versuch. Jedes Mal verkroch sie sich vorher unter einer großen weißen Decke, um in sich zu gehen.

Als alle anderen Wettbewerbe vorbei waren, gehörte die Aufmerksamkeit des gesamten Stadions ihr allein.

"Immer wenn ich in ein Stadion gehe, fühle ich mich wie eine Schauspielerin. Die Bahn ist meine Bühne und ich bin hier um eine gute Show abzuliefern", pflegt die zweimalige Weltmeisterin zu sagen.

Extrovertiert, charismatisch und glamourös

So feierte sie dann auch ihren Sieg: extrovertiert, charismatisch und mit dem nötigen Glamour.

Trainer Witali Petrow, der einst schon Sergej Bubka zum Weltrekordler und Olympiasieger gemacht hatte, musste derweil auf der Tribüne Autogramme schreiben, bis ihm die Finger wund wurden.

DLV-Duo scheitert früh

Das deutsche Duo Carolin Hingst (Mainz) und Silke Spiegelburg (Leverkusen) belegte mit 4,65 die Plätze sechs und sieben.

Beide scheiterten an 4,70 m.

Bei dieser Höhe war Issinbajewa überhaupt erst in den Wettkampf eingestiegen.

Konkurrenz chancenlos

Der "weibliche Sergej Bubka" verwies seine beiden Erzrivalinnen Jennifer Stuczynski aus den USA (4,80) und die ehemalige Weltrekordlerin Swetlana Feofanowa (Russland/4,75) auf die weiteren Medaillenränge.

Mit Respektsabstand trabten sie auf der Ehrenrunde dem funkelndsten Stern des Abends hinterher.

Dabei hatte Stuczynski im Vorfeld noch großmäulig getönt, sie werde Issinbajewa vom Himmel holen. "In Peking möchte ich in einen russischen Hintern treten", sagte die 4,92-m-Springerin, als sie Anfang Juli kurz am Thron von Issinbajewa gekratzt hatte.

Technikumstellung zahlt sich aus

Doch die Russin keilte umgehend zurück, stellte fünf Tage später mit 5,03 m in Rom ihren ersten Freiluft-Weltrekord nach fast zwei Jahren auf und legte am 29. Juli in Monaco nochmal 5,04 nach.

Die unter Witali Petrow vorgenommene Technikumstellung begann sich endlich auszuzahlen - wie auch in Peking zu sehen war.

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