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Christina Obergföll hat neben der Kubanerin Menendez als Einzige über 70 m geworfen © getty

Die deutsche Europarekordlerin fühlt sich in der Form ihres Lebens. Ihre größte Gegnerin ist die Tschechin Barbora Spotakova.

Peking - Speerspitze Christina Obergföll zielt auf Gold.

"Vom Physischen her bin ich in der Form meines Lebens. Wenn ich die Technik auf die Reihe bringe, kann ich Bestleistung werfen", meint die Offenburgerin vor dem Speerwurf-Finale am Donnerstag (ab 13.30 Uhr LIVE) in Peking.

Obergföll ist mit 70,20 m Europarekordlerin, größte Gegnerin im Kampf um den Olympiasieg dürfte wohl Weltmeisterin Barbora Spotakova (Tschechien) sein.

Auch Europameisterin Steffi Nerius glaubt: "Nur Christina kann Barbora Spotakova schlagen." Sie selbst hofft auf eine Medaille: "Ich zähle mich zu den vier oder fünf, die Bronze gewinnen können."

Molitor im Finale

Die Speer-Qualifikation endete wie das WM-Finale 2007 in Osaka: Spotakova (67,69 m) lag vor Goldhoffnung Obergföll (67,52 m) und Dauerbrenner Nerius (63,94 m). Als Neunte kam Katharina Molitor (60,92 m) weiter.

Kubas Weltrekordlerin Olsleydis Menendez schaffte als Elfte (60,51) gerade so den Sprung ins Finale.

Sie hatte 2004 Olympia-Gold vor Nerius und 2005 WM-Gold vor dem deutschen Duo gewonnen. Nach langer Verletzung kam sie erst 2008 zurück.

Griff in die Psychokiste

Ein Jahr nach der WM-Zitterpartie von Osaka schaffte Christina Obergföll die Qualifikationshürde diesmal locker.

"Ich hatte zwar auch wackelige Knie. Aber diesmal habe ich wie beim letzten WM-Test in Leverkusen gesagt: Du machst das Ding im ersten Wurf perfekt - und es hat geklappt", sagt die Vize-Weltmeisterin.

Sie freut sich dabei, dass die Kooperation mit Sportpsychologin Heike Kugler fruchtet: "Ich habe noch ein bisschen in die Psychokiste gegriffen."

Tschechien ist Favoritin

Die große Favoritin bleibt dennoch Barbora Spotakova. "Sie hat ihre Weite am Morgen noch anderthalb Stunden früher geworfen als ich meine. Sie kann also mehr. Aber ich auch", sagte Obergföll, die in Peking von ihren Eltern unterstützt wird.

Disziplin-Kollege Christian Nicolay hatte das Olympia-Ticket verpasst: "Er drückt zu Hause Daumen. Aber er ist bei mir", sagt die Europarekordlerin.

Mehr als Daumendrücken daheim kann auch die Leverkusener Weltranglisten-Vierte Linda Stahl nicht. Die WM-Achte hatte die Olympia-Norm nach einer Verletzung zu spät geschafft und konnte nach ihren 66,06 m nicht mehr zum Peking-Team stoßen.

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