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Ist stinksauer über Platz 4: Diskuswerfer Robert Harting © getty

Harting sieht einen Streit mit seinem Trainer als Gund für die verpasste Diskus-Medaille. Dagegen überrascht ein Hochspringer.

Von Wolfgang Kleine

Peking - Zwei deutsche Leichtathleten haben in ihren Finals die Medaillen nur knapp verpasst.

Hochspringer Raul Spank flog mit 2,32 Metern in die Weltspitze. Er war mit seinem 5. Platz zufrieden. Diskus-Mitfavorit Robert Harting kam mit 67,09 Metern beim Sieg des Esten Gerd Kanter (68,82 m) auf Platz 4, war aber damit alles andere als zufrieden. 71 Zentimeter fehlten zu Bronze.

Harting war sauer auf die Vorbereitungsphase in den vergangenen zwei Wochen und erklärte: "Da in Japan ist alles nicht so gelaufen." Der Berliner gab zu, dass er sich mit seinem Trainer Werner Goldmann mehrfach gestritten hat.

Harting: "So kann man keinen Aufbau in Richtung Wettkampf betreiben. Das war alles andere als förderlich für eine Klasseleistung. Das ganze redet man von Olympia, fährt als Medaillenanwärter nach Peking und ist dann Vierter. Jetzt versuche ich eher nach Hause zu fliegen, sonst halte ich das nicht aus", sagte der Berliner, der ursprünglich bis 26. August in Peking bleiben wollte.

Spank zufrieden

Zufrieden war dagegen Spank. Nach der Steigerung auf seine persönliche Bestleistung fiel der Youngster vor Glück auf die Knie und warf Handküsse ins Publikum.

"Ich bin eine Sekunde enttäuscht gewesen, als ich die 2,36 nicht geschafft habe. Dann habe ich es nur noch genossen. Es war gigantisch, herrlich, atemberaubend", berichtete der Zweite der U-20-EM, danach ergänzte er im Scherz: "Jetzt muss ich erstmal zur Pullerprobe und den Leuten verklickern, dass ich keine Medikamente genommen habe."

Den Olympiasieg holte sich Russlands Europameister Andrej Silnow (2,36 m) vor dem Briten Germaine Mason und Jaroslaw Rybakow (Russland/je 2,34). Stefan Holm (2,32), Schwedens Olympiasieger von vor vier Jahren, wurde Vierter.

"Der perfekte Sprung"

Die 2,32 seien "der perfekte Sprung" für sein derzeitiges Leistungsvermögen gewesen, sagte Spank und rechtfertigte damit seine Nominierung durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB).

Nur einmal hatte er zuvor die doppelt geforderte Olympianorm von 2, 30 erfüllt. Doch Bundestrainer Jürgen Mallow kämpfte um einen seiner Lieblingsschüler und setzte dessen Nominierung mit Blick auf die Perspektive London 2012 durch.

"Jetzt eine WM-Medaille"

"Jetzt will ich im nächsten Jahr bei der WM in Berlin eine Medaille", kündigte Spank an. In Peking halfen ihm seine Erfahrungen mit den klimatischen Bedingungen: Vor zwei Jahren war er in Chinas Hauptstadt Fünfter der U-20-WM geworden.

"Das könnte ein kleiner Vorteil gewesen sein", sagte der ehemalige Fußballer von Dynamo Dresden, der zwar 1999 mit der Leichtathletik begann, jedoch erst 2005 dem Fußball endgültig abschwor.

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