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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen war Betty Heidler Vierte © getty

Nach zwei ungültigen Versuchen schafft die Hammerwurf-Weltmeisterin zunächst Rang acht, wird aber dann noch abgefangen.

Peking - Im Moment der Pleite wirkte Weltmeisterin Betty Heidler fast unnahbar.

Als wolle sie der bitteren Wahrheit nicht ins Auge schauen, lächelte sie den Schmerz weg.

"Es bricht jetzt keine Welt zusammen. Es ist nicht so schlimm wie das Qualifikations-Aus bei der WM 2005 in Helsinki", sagte Deutschlands beste Hammerwerferin nach ihrem missratenen Auftritt im olympischen Endkampf.

"Irgendwie hat sich das alles in der Saison schon angedeutet".

Zwei Fehlversuche

Seine Nerven hatte das "Sorgenkind" Heidler dieses Mal im Griff, dafür streikte die Technik.

Die 24 Jahre alte Frankfurterin schied mit schwachen 70,06 m in ihrem einzigen gültigen Versuch bereits im Final-Vorkampf aus und wurde nur Neunte.

"Klar spielen die Nerven bei so einem Wettkampf eine Rolle, aber daran lag es nicht", sagte die gebürtige Berlinerin: "Ich hatte technische Probleme."

Nicht die erste Pleite

Es war bereits die vierte sportlichen Katastrophe ihrer Karriere bei einem internationalen Großereignis.

2005 war die WM für sie nach der Qualifikation zu Ende, 2006 wurde sie bei der EM nur Fünfte und versagte beim Europacup ohne gültigen Versuch. Lediglich auf 74,11 m und auf Rang sieben der Weltrangliste kam die Olympiavierte von Athen in den vergangenen Monaten (Bestleistung 76, 55).

Sie enttäuschte beim Europacup in Annecy und bei der deutschen Meisterschaft in Nürnberg. Beide Mal stand die Bundespolizistin danach neben sich. In Annecy stürmte sie nach Platz fünf mit nur 69,67 mit Tränen in den Augen und der Bemerkung davon: "Ich habe keine Erklärung dafür."

In Nürnberg gewann sie (68,64), meinte aber anschließend: "Ich brauche einen neuen Kopf. Die Psychologin wird jetzt Arbeit bekommen."

Heidler gefasst

Das Thema spielte im Olympiastadion keine Rolle. "Darüber rede ich nicht mehr", meinte Heidler.

Nach zwei ungültigen Versuchen im Final-Vorkampf zeigte sie zumindest ansatzweise Nervenstärke, als sie nach den beiden Fehlversuchen mit den 70,06 kurzzeitig auf Platz acht vorrückte.

Mit letzter Kraft zog die Polin Anita Wlodarczyk (71,56) Sekunden später vorbei.

Favoritin holt Gold

Danach unterhielt sich Heidler angeregt mit Kamila Skolimowska, der polnischen Olympiasiegerin von Sydney, die gar drei ungültige Versuche produziert hatte.

"Wir haben überlegt, was wir trinken gehen, um über das Ergebnis hinwegzukommen."

Gold sicherte sich die favorisierte Weißrussin Axana Menkowa (76,34), Silber Kubas Yipsi Moreno (75,20). Und die WM-Dritte Zhang Wenxiu gewann mit Bronze (74,32) die erste Leichtathletik-Medaille dieser Spiele für China.

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