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Ariane Friedrich leistete sich in der Qualifikation nur einen Fehlversuch über 1,89 Meter. © getty

Hochspringerin Ariane Friedrich übersteht locker die Qualifikation und wünscht sich für das Finale am Samstag Regen.

Peking - Als sie morgens um fünf aus dem Fenster schaute, führte Ariane Friedrich fast einen Freudentanz auf. Denn in Peking war "Land unter", und Deutschlands Medaillenhoffnung im Hochsprung hält es wie einst der große Fritz Walter: Dessen Lieblingswetter war Regen.

"Ich weiß, dass andere damit nicht gut zurecht kommen", sagt die Weltranglisten-Zweite. Sie selbst hat das "speziell trainiert".

Der Regen soll es erst nach dem Endkampf am Samstag aufhören. "Das ist meine Chance", betont Friedrich.

Doch auch im Fall von Sonnenschein traut sich die 24 Jahre alte Polizei-Kommissarin viel zu.

Friedrich schielt auf Medaille

Ihr Ziel formuliert sie klarer als je zuvor: "Eine Medaille wäre schön"; bisher wollte sie immer nur "in den Endkampf - und dann angreifen."

Man merkt ihr an: Sie fühlt die Chance wachsen, die erste deutsche Olympiamedaille ihrer Diszipin seit dem Gold von Heike Henkel (Leverkusen) bei den Sommerspielen 1992 in Barcelona zu gewinnen.

"Ich habe Superwerte, meine Trainingsleistungen sind unglaublich. Ich bin in absoluter Topform", sagt der Schützling von Günther Eisinger verblüffend deutlich.

Alles sei im zweiwöchigen Trainingslager in Singapur und anschließend im Vorbereitungscamp des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) in Shibetsu/Japan gut gelaufen: "Wir haben nicht nur im Regen trainiert, auch früh zur Zeit der Qualifikation und spät zum Termin des Finals. Ich bin auf alles vorbereitet."

Abschottung vor dem Finale

Vor dem Finale will sich Ariane Friedrich zusammen mit ihrem polnischen Freund Lukasz, der in Peking als Schwimmer nicht viel reißen konnte, im Olympischen Dorf etwas abschotten.

Sie sagt, die nervliche Anspannung werde vor Samstag schon noch steigen, nachdem sie ziemlich unaufgeregt in die Qualifikation gegangen sei.

Hier habe sie nur gestört, dass sie die 1,89 m erst im zweiten Versuch schaffte - und von den Großen niemand auf der Strecke geblieben sei.

Im Finale, so glaubt Ariane Friedrich, könnten inklusive der kroatischen Weltmeisterin Blanka Vlasic und der fast gescheiterten russischen Olympiasiegerin Jelena Slessarenko sechs bis acht Athletinnen zwei Meter springen.

"Aber bei Regen vielleicht auch nur zwei."

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