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Tyson Gay (l.) greift ins Leere. Davis Patton versucht vergeblich den Stab zu fangen. © getty

Es sind nicht die Spiele der US-Sprinter. In den Vorläufen verlieren beide Sprint-Staffeln den Stab und sind somit ausgeschieden.

Peking - Die US-Sprintstaffeln haben bei den Olympischen Spielen in Peking ein Desaster erlebt.

Sowohl die Frauen als auch die Männer scheiterten im Vorlauf am letzten Wechsel und schieden aus.

Damit ist der Weg für den totalen Sprinttriumph Jamaikas über 100, 200 und 4x100 Meter frei. Dies gab es bisher bei Olympia erst einmal: 1984 durch die USA.

Bei den US-Teams schlugen die Wechsel von Darvis Patton auf Tyson Gay und von Torri Edwards auf Lauryn Williams fehl.

Deutsche Staffeln im Finale

Dagegen qualifizierten sich die deutschen 4x100-Meter-Staffeln für die Endläufe am Freitag. Die Männer liefen in 38,93 Sekunden die sechstbeste Zeit.

"Die Bedingungen waren schwer, wir können mit der Zeit nicht so zufrieden sein, aber die anderen waren auch nicht besser. Deswegen stimmt es von der Relation. So wie es aussieht, können wir die Medaillen angreifen", sagte Tobias Unger.

Jamaika schont Bolt

Unger hatte das Team auf den Weg gebracht, ehe Till Helmke, Alexander Kosenkow und Martin Keller folgten. Die beste Zeit des Tages lief Trinidad und Tobago (38,26), die Jamaikaner erreichten 38,31 Sekunden, schonten aber Doppel-Olympiasieger Usain Bolt.

Auch Großbritannien, Olympiasieger von Athen, wurde disqualifiziert.

Die deutschen Frauen in der Bestetzung Anne Möllinger, Verena Sailer, Cathleen Tschirch und Marion Wagner kamen in 43,59 Sekunden ins Ziel.

Campbell schreibt Geschichte

Zuvor hatte Veronica Campbell-Brown über die 200 Meter schon den totalen Triumph für Jamaikas Sprinter perferktgemacht. Die 26-Jährige konnte als erste Läuferin überhaupt in der Olympia-Geschichte ihren Sieg über 200 Meter wiederholen.

Wie vor vier Jahren gewann Campbell-Brown, die wie der "Blitz" Bolt aus dem Örtchen Trelawny stammt, vor Allyson Felix aus den USA. In 21,74 Sekunden war sie deutlich schneller als in Athen (22,18), auch ihr Vorsprung vor der Konkurrentin (Felix lief 21,93) war größer.

Dritte wurde diesmal Kerron Stewart aus Jamaika, die zuvor über 100 Meter zeitgleich mit Teamkollegin Sherona Simpson Silber gewonnen hatte.

100-Meter-Siegerin Fraser war über 200 Meter nicht am Start. Dafür fehlte 100-Meter-Weltmeisterin Campbell-Brown über die 100 Meter.

Jamaika übertrumpft USA

Damit holten die Jamaikaner über die Sprintstrecken von zwölf möglichen Medaillen immerhin sieben, davon alle vier goldenen.

Eine derartigen Triumph hatte es zuvor nur 1984 gegeben, als Carl Lewis (100 und 200 Meter), Evelyn Ashford (100) und Valerie Brisco-Hooks (200) viermal Gold für die USA gewannen.

Die diesmal schwer geschlagenen Amerikaner mussten sich in Peking auf den Sprintstrecken mit je zwei silbernen und zwei bronzenen Medaillen zufriedengeben. Jamaika holte außerdem noch einmal Doppel-Silber sowie einmal Bronze.

Amerikanischer "Sweep" über 400 Meter

Etwas entschädigen konnte sich das US-Team für den enttäuschenden Ausgang der Sprintrennen über die 400 Meter. Für Top-Favorit Jeremy Wariner gab es dabei aber ein böses Erwachen.

Der Weltmeister und Athen-Olympiasieger musste sich im Finale in 44,74 Sekunden seinem Landsmann LaShawn Merritt (43,75) geschlagen geben. Der WM-Zweite Merritt hatte Wariner in dieser Saison bereits beim Golden-League-Meeting in Berlin und bei den US-Trials bezwungen.

Auf Rang drei machte David Neville (44,80) den Dreifach-Triumph der USA perfekt. Einen solchen hatte es bereits 2004 in Athen gegeben. Deutsche Starter hatten sich auf dieser Strecke nicht qualifiziert.

Robles siegt unangefochten

Die chinesische Volksfeier nach dem 110-Meter-Hürden-Finale fiel hingegen aus.

In Abwesenheit von Chinas verletztem Volkshelden Liu Xiang hatte Weltrekordler Dayron Robles im Finale leichtes Spiel. Der Kubaner gewann in 12,93 Sekunden klar vor den US-Amerikanern David Payne (13,17) und David Oliver (13,18).

Deutsche Starter waren nicht dabei. Liu, Olympiasieger von 2004, war am Montag beim Start des ersten Vorlaufs verletzt ausgeschieden und hatte damit für Bestürzung im Land des Gastgebers gesorgt.

Evora triumphiert im Dreisprung

Das letzte Leichtathletik-Gold des Tages sicherte sich der Nelson Evora aus Portugal, der seinem Land das erste Dreisprung-Gold der olympischen Geschichte.

Der Weltmeister gewann in Peking mit der Saisonbestleistung von 17,67 m knapp vor dem WM-Sechsten Phillips Idowu aus Großbritannien (17,62) und Leevan Sands von den Bahamas (17,59).

Deutsche Springer waren nicht am Start. Athen-Olympiasieger Christian Olsson hatte wegen einer Verletzung kurzfristig auf einen Start in Peking verzichten müssen.

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