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Raphael Holzdeppe stellte im Juni 2008 mit 5,80 m einen Junioren-Weltrekord auf © getty

Stabhochspringer Danny Ecker verpasst die Bronzemedaille nur knapp. Youngster Raphael Holzdeppe überzeugt bei seiner Olympia-Premiere.

Als Steven Hooker aus Australien zum goldenen Höhenflug über 5,96 m ansetzte, waren die deutschen Stabhochspringer im "Vogelnest" schon wieder auf dem Boden gelandet.

Der WM-Dritte Danny Ecker und Youngster Raphael Holzdeppe verpassten die Chance auf Bronze und mussten sich mit den Rängen sechs und acht zufrieden geben.

Übersprungene 5,75 m oder ein bis dahin fehlerloser Wettkampf hätten Ecker Rang drei beschert, den schließlich der Ukrainer Dennis Jurtschenko (5,70) belegte. Silber ging an Jewgeni Lukjanenko aus Russland (5,85).

5,70 m für Ecker

Der Mann des Abends aber war Hooker, der mehrfach drei Versuche brauchte, ehe er sich souverän zum Herrn der Lüfte aufschwang.

Routnier Ecker meisterte 5,70 m im dritten Versuch, Youngster Raphael Holzdeppe schaffte zehn Zentimeter weniger. Doch die erste Olympia-Teilnahme war für den mit 18 Jahren jüngsten deutschen Starter des Leichtathletik-Teams trotzdem ein großer Erfolg. Ihm gehört die Zukunft.

Abgezockt wie ein Routinier

Holzdeppe erwies sich wie drei Tage zuvor Hochspringer Raul Spank als jugendliche Draufgänger, der trotz seiner Unerfahrenheit abgezockt wie ein Routinier agierte.

"Er ist ein Juwel", sagte Trainer Andrej Tiwontschik, 1996 in Atlanta als Dritter letzter deutscher Stabhochspringer, der eine Olympiamedaille gewann.

Nur fünfmal pro Woche bittet er seinen Schützling zum Training. "Raphael hat den Vorteil, dass er noch längst nicht austrainiert ist."

Tiwontschik bremst Erwartungen

Experten sehen in ihm schon den dritten deutschen 6-m-Springer nach dem dieses Mal in der Qualifikation ausgeschiedenen Münchener Tim Lobinger und Ecker.

Doch Tiwontschik bremst: "Er muss jetzt erstmal stabil werden. Man darf ihn noch nicht zu sehr pushen."

U20-Weltmeister Holzdeppe begann nach der souveränen Qualifikation auch das Finale überzeugend und nahm 5,45 im ersten Anlauf, 5,60 im zweiten. Doch die 5,70 erwiesen sich als zu hoch.

"Ich hatte mir mehr vorgenommen"

Der Direktor des Zweibrücker Helmholtz-Gymnasiums hatte ihm extra die Sommerferien verlängern müssen, damit er in Peking starten konnte. Sein Erfolgsrezept war dabei einfach: "Erstens meine Schnelligkeit, zweitens die Tatsache, dass ich mir keinen Kopf mache und einfach springe."

Mit seiner Finalleistung haderte er dann: "Ich hatte mir mehr vorgenommen, 5,70 waren das Mindestziel."

Für Ecker ist der junge Kollege ein Phänomen. "Ihm brauche ich keine Tipps mehr geben, ich muss mir höchstens von ihm welche holen, wie man es schafft, so abgeklärt zu sein. Für mich der Leichtathlet des Jahres."

Ecker mit Trainingsrückstand

Der Hallen-Europameister selbst, 2004 in Athen noch Fünfter, hatte seine Beschwerden an der Achillessehne zwar rechtzeitig auskuriert, doch seine Leistung litt merklich unter dem Trainingsrückstand.

"Beim Anlauf fehlte mir der Rhythmus." So brauchte er für 5,45 zwei und für 5,70 drei Versuche brauchte, ehe 5,75 zu hoch waren.

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