Marathonläufer Guor Marial wird als einer von insgesamt vier Athleten bei den Spielen in London unter der olympischen Flagge antreten. Das gab das Internationale Olympische Komitee (IOC) am Samstag bekannt.
Der 28-Jährige, der im heutigen Südsudan geboren wurde, besitzt keinen gültigen Ausweis und auch keine offizielle Staatsangehörigkeit. Marial war als Kind aus einem Arbeitslager im Sudan geflüchtet und schließlich in den USA gelandet.
Genau wie drei Sportler von den niederländischen Antillen wird Marial in der englischen Metropole nun unter der olympischen Flagge auflaufen. "Die Gebete des Südsudan wurden erhört", wird Marial bei "AP" zitiert: "Ein Traum ist wahr geworden. Die Hoffnung des Südsudan lebt."
IOC-Sprecher Mark Adams traut Marial in London sogar eine Platzierung unter den ersten 20 zu: "Er läuft momentan Zeiten, die nicht für eine Medaille reichen dürften, wohl aber für einen Rang unter den ersten 10 oder 20. Er kam wie aus dem Nichts. Ein Mal lief er 2:14 Stunden, ein Mal 2:12 Stunden. Beeindruckend."
Bei seinem allerersten Marathon überhaupt schaffte Marial im vergangenen Jahr auf Anhieb die Olympia-Norm. Zuvor war er als Crossläufer einer kleinen Universität aktiv. In London bekommt er am 12. August nun die Chance, sich mit den besten Marathonläufern der Welt zu messen.
Auch an der Eröffnungsfeier am Freitag im Olympiastadion will der 28-Jährige teilnehmen.

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