Amerikas Leichtathletik-Star Sanya Richards-Ross muss am Schlusstag der Sommerspiele in London um den Verlust ihrer 4x400-m-Goldmedaille von Olympia 2004 in Athen bangen.

"Frühestens dann wird eine Entscheidung über die USA-Medaillen fallen", sagte Helmut Digel, der als deutsches Mitglied am Dienstag in London an der Councilsitzung des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF teilgenommen hatte.

Sanya Richards-Ross hatte vor acht Jahren zusammen mit Monique Henderson, Monique Hennagan und Deedee Trotter 4x400-m-Gold in Athen gewonnen. Alle vier müssen den Verlust des Goldes fürchten.

Crystal Cox, die nur im Vorlauf gestartet war und dann wegen Dopings gesperrt wurde, hat die Medaille bereits vor neun Tagen in London durch die Executive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) verloren. Diese legte die Entscheidung darüber, ob auch die anderen in diesem speziellen Fall Gold verlieren sollen, in die Hände der IAAF.

"Heute wurde darüber nicht gesprochen. Erst einmal befasst sich unsere Anti-Doping-Kommission damit. Der Fall wird dann frühestens am Schlusstag der Spiele entschieden", sagte Digel.

Crystal Cox war 2010 für vier Jahre gesperrt worden, nachdem sie gestanden hatte, im Skandal um das kalifornische Doping-Labor BALCO von 2001 bis 2004 Anabolika genommen zu haben. Würde die gesamte US-Staffel disqualifiziert, wäre Russland nachträglich Olympiaasieger, Silber ginge an Jamaika, Bronze an Großbritannien. Eine deutsche 4x400-m-Staffel stand nicht im Finale.

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