Beim Fabel-Weltrekord der USA im Finale über 4x100 m musste sich das als Europameister angereiste DLV-Quartett mit Platz fünf begnügen.
Die Amerikanerinnen pulverisierten den knapp 27 Jahre alte Rekord der DDR (41,37) in 40, 82 Sekunden und gewannen Gold vor Jamaika (41,41) und der Ukraine (42,04), die jeweils Landesrekord liefen.
Es war nach dem 800-m-Rekord durch Kenias David Rudisha der zweite Leichtathletik-Weltrekord bei den Spielen in London.
Leena Günther (Köln), Anne Cibis (Mannheim), Tatjana Pinto (Münster) und Verena Sailer (Mannheim) landeten in 42,67 Sekunden noch hinter Nigeria.
Damit warten die deutschen Sprinterinnen weiter seit der Wiedervereinigung auf eine Staffelmedaille bei Olympia.
Das letzte deutsche Edelmetall hatte es 1988 in Seoul gegeben, als Silke Möller, Kerstin Behrendt, Ingrid Auerswald und Marlies Göhr für die DDR Silber gewannen.
"Wir sind absolut zufrieden. Natürlich wären wir gerne einen Ticken schneller gelaufen. Aber es ist alles gut mit der Zeit und dem Platz", sagte Sailer.
Startläuferin Günther fand den Weltrekord der USA "sehr, sehr bemerkenswert. Aber die haben auch vier Läuferinnen, die 10,80 laufen können. Von daher war es nicht so überraschend."
An der Spitze des London-Finals liefen Tianna Madison, Allyson Felix, Bianca Knight und 100-m-Weltmeisterin Carmelita Jeter das Rennen ihres Lebens.
Schlussläuferin Jeter warf beim Überqueren der Ziellinie einen Blick auf die Anzeigetafel und sah mit einem Lächeln, dass "World Record" aufblinkte. Für die USA war es das erste Staffelgold seit Atlanta 1996.
Am 6. Oktober 1985 hatten Silke Gladisch, Sabine Günther, Auerswald und Göhr im australischen Canberra den bis Freitagabend gültigen Weltrekord aufgestellt.
Die ehemalige 100-m-Europameisterin Sailer war im Einzel bis ins Halbfinale vorgestoßen und hatte schon da geschwärmt: "Ich freue mich, noch mal laufen zu können. Es ist ein Traum, hier draußen sein zu können."
Ende Juli hatte sie ihre persönliche Bestzeit auf 11,05 Sekunden gesteigert. Auch Cibis war mit neuer persönlicher Bestzeit von 11,17 nach London gereist.

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