"Blade Runner" Oscar Pistorius hat bei den Olympischen Spielen seine erhoffte Medaille deutlich verpasst.
Der erste doppelt unterschenkelamputierte Läufer bei Olympia führte die südafrikanische 4x400-m-Staffel als Schlussläufer nur auf den achten und letzten Platz. Vor einem Jahr hatte Südafrika bei der WM in Daegu noch Silber gewonnen.
In einem furiosen Schlussspurt beendeten die Bahamas die Siegesserie der USA und liefen in der Besetzung Chris Brown, Demetrius Pinder, Michael Mathieu und Ramon Miller in 2:56,72 Minuten zu Gold.
Die geschlagenen Amerikaner, die bei den letzten sieben Sommerspielen ganz oben auf dem Podium gestanden hatten, mussten sich in 2:57,05 Minuten mit Silber vor Trinidad und Tobago (2:59,40) begnügen.
Pistorius, im Einzel im Halbfinale ausgeschieden, wäre um ein Haar um seine Chance gebracht worden.
Im Staffel-Vorlauf wartete der 25-Jährige vergeblich an Position drei auf die Stabübergabe durch Ofentse Mogawane. Der war in der letzten Kurve nach einer Behinderung durch einen kenianischen Läufer gestürzt. Doch Südafrika legte erfolgreich Protest ein und bekam als neunte Staffel einen Startplatz im Finale.
Für Pistorius war schon die Teilnahme in London die Erfüllung aller seiner Träume. "So viele Emotionen - ich bin überwältigt. Die Atmosphäre ist mit Worten nicht zu beschreiben. Eine tolle Erfahrung", sagte er.
In England ist Pistorius einer der Publikumslieblinge. In der Gunst der Zuschauer stand er nur unwesentlich hinter Usain Bolt. Bei jeder Vorstellung im Olympiastadion wurde er gefeiert.
"Für diese Augenblicke, in ein vollbesetztes Stadion jubelnder Zuschauer zu treten, habe ich jahrelang trainiert. Es ist wunderbar, dass ich das hier erleben darf", sagte er.
Die deutsche Staffel mit Jonas Plass (Wendelstein), Eric Krüger (Magdeburg), Kamghe Gaba (München) und Thomas Schneider (Dresden) hatte das Finale deutlich verpasst.

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