Keshorn Walcott ging kurz in die Knie und schaute ungläubig ins weite Rund: Der 19 Jahre alte Junioren-Weltmeister aus Trinidad und Tobago hatte die versammelte Weltklasse im Speerwurf geschlagen und sich die olympische Goldmedaille bei den Spielen in London geschnappt.
"Ich war überrascht, dass ich es überhaupt ins Finale geschafft habe", sagte Walcott: "Ich bin da entspannt rausgegangen und wollte Spaß haben. Das hat funktioniert."
Walcotts Landesrekord von 84,58 m, geworfen im zweiten Versuch, war am Samstagabend das Maß aller Dinge. Der 1,83-m-Mann lag damit sieben Zentimeter vor dem zweitplatzierten Ukrainer Alexander Pjatnyzja (84,51). Bronze ging mit 84,12 m an den Finnen Antti Ruuskanen.
"Ich war kein guter Sprinter", sagt Walcott und begründet damit, warum er Speerwerfer geworden und nicht in die Fußstapfen des bisher einzigen Olympiasiegers seiner Heimat getreten ist. Hasely Crawford hatte sich bei den Spielen 1976 in Montreal mit seinem Sieg über die 100 m die Sprinterkrone aufgesetzt.
Der norwegische Goldmedaillengewinner von Athen und Peking, Andreas Thorkildsen, landete mit 82,63 m nur auf dem sechsten Rang, noch hinter dem finnischen Ex-Weltmeister Tero Pitkämäki (82,80).
Der Leipziger Tino Häber kam mit 81,21 m auf Rang acht. Weltmeister Matthias de Zordo aus Saarbrücken war in der Qualifikation gescheitert, nachdem er durch Verletzungen gehandicapt nie richtig in die Saison gekommen war.

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