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Michael Phelps startet acht Mal in Peking - und will acht Mal Gold © getty

Die Phelps-Festspiele haben begonnen. Mit einem Weltrekord holt sich der US-Superstar das erste Gold der Schwimm-Wettbewerbe.

Von Michael Schwartz

Peking/München - Als die amerikanische Nationalhymne im Aquatics Center gespielt wurde, stand Michael Phelps stolz auf dem Siegerpodest, hielt die rechte Hand auf sein Herz und strahlte vor Glück.

Tränen schienen sich in seinen Augen zu bilden. Auf der Tribüne blickte ihm der Clan von US-Präsident George W. Bush entgegen.

Ein amerikanischer Feiertag. Der erste.

Und es sollen, nein es werden noch einige während der Schwimmwettbewerbe dieser 29. Olympischen Spiele folgen.

Das erste Gold

Phelps hat mit einem sensationellen Auftritt über 400 Meter Lagen seine eigenen Festspiele eröffnet.

In 4:03,84 Minuten pulverisierte der Mann aus Baltimore seinen eigenen Weltrekord und holte sich sein erstes Gold.

Der 23-jährige Superstar schwamm 1,41 Sekunden schneller als am 29. Juni in Omaha und hat damit einen kritischen Wettbewerb auf dem Weg in die olympische Ewigkeit im Stile eines Champions gemeistert.

"Emotionales Rennen"

"Das war ein sehr emotionales Rennen. Ich bin sehr glücklich", sagte Phelps. "Ich wusste, dass es nicht einfach werden würde."

Doch es sah einfach aus, so, wie der sechsmalige Olympiasieger von Athen auftrat.

Dabei konnten Landsmann Ryan Lochte und der Ungar Laszlo Cseh zu Beginn noch mithalten.

Die Führung wechselte beim Schmetterling- und Rückenschwimmen. Mit einem knappen Vorsprung ging Phelps auf die Bruststrecke - seine schwächste.

Phelps setzt sich ab

"Normalerweise habe ich da etwas mehr Vorsprung. So richtig gut habe ich mich zu diesem Zeitpunkt gar nicht gefühlt, alles war sehr eng", sagte Phelps.

"Aber dadurch musste ich im Brustschwimmen mehr zeigen." Das gelang ihm eindrucksvoll.

Phelps löste sich und machte auf der Freistil-Distanz den Sack zu. "Da geht es nur noch bergab. Pures Adrenalin", so Phelps.

Doch auch kräftezehrend. Phelps erklärte später, dass er nie wieder die 400 m Lagen schwimmen werde.

"Ich habe das mit meinem Trainer Bob Bowman für den Fall abgemacht, dass ich Weltrekord schwimme. Bob sieht das jetzt vielleicht anders, aber für mich war es das. Es ist wirklich die härteste Disziplin."

Blick zu Bush

Nach dem Anschlag schwang Phelps herum, blickte auf die Uhr, reckte beide Arme in die Höhe und jubelte seiner Mutter und seinen beiden Schwestern auf der Tribüne entgegen.

Der zweite Blick galt dem US-Präsidenten. "Das war ein tolles Gefühl, ihn dort zu sehen", so Phelps.

Und auch an die Siegerehrungen kann er sich sicher gewöhnen. Trotz Tränen.

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