vergrößernverkleinern
Michael Phelps schreit seine Freude nach dem Sieg heraus © getty

Michael Phelps liefert über dem Weg zum 7. Gold eine Aufholjagd und siegt über 100 m Schmetterling nach einem Herzschlagfinale.

Von Michael Schwartz

Peking/München - Das sind die Olympischen Spiele des Michael Phelps.

Der Amerikaner ist einfach nicht zu schlagen. In Peking kommt nun schon zum zweiten Mal zu seiner Extraklasse auch noch das nötige Quäntchen Glück hinzu.

Über 100 Meter Schmetterling lieferte der beste Olympionike aller Zeiten am Samstagvormittag im Aquatic Center eine furiose Aufholjagd.

Hauchdünner Vorsprung

"Ich komme mir vor wie in einer Traumwelt. Ich muss mich manchmal zwicken, um sicher zu gehen, dass das alles wahr ist", sagte Phelps. "Wenn man hart genug an einem Traum arbeitet, kann alles passieren."

Nach 50 Metern war der Amerikaner noch nicht in den Medaillenrängen, dann aber zog er das Tempo an. Meter um Meter kämpfte sich Phelps nach vorn.

Mit dem Anschlag und einer Hundertstelsekunde Vorsprung setzte er sich schließlich gegen den starken Serben Milorad Cavic durch. Der serbische Verband legte Protest ein und forderte den Weltverband FINA zu einer Überprüfung des Rennausgangs auf.

Nach Auswertung der Videoaufzeichnung lag Phelps dann exakt 4,7 Millimeter vor Cavic (50,59). Beide umarmten sich nach dem dramatischen Rennen.

Neuer Europarekord

Eine versöhnliche Szene, nachdem der Serbe zuvor noch nach einem Erfolg im Wasser mit der Hand zu einem Pistolenschuss angesetzt hatte und damit auf Phelps zu zielen schien.

"Vor meinem letzten Zug habe ich gedacht, dass ich das Rennen verloren habe und es vorbei ist", erklärte Phelps. "Aber das ist völlig unwichtig. Jetzt bin ich glücklich und erleichtert - einfach alles."

Am Ende gewann der Mann aus Baltimore in 50,58 Sekunden - zum ersten Mal nicht mit Weltrekord - vor Cavic, der seinen eigenen Europarekord in 50,59 um 17 Hundertstel unterbot.

Bronze ging an den Australier Andrew Lauterstein in 51,12 Sekunden.

Spitz eingeholt

Mit diesem Sieg hat Phelps den olympischen Rekord seines Landsmannes Mark Spitz von 1972 eingestellt und allein bei den Spielen in Peking sieben Goldmedaillen gewonnen.

Via Satelliten-Übertragung erhielt der Ausnahmeschwimmer in einem Fernsehinterview von Spitz höchstpersönlich den Ritterschlag. "Was du heute geleistet hast, war eine Heldentat", sagte Spitz. "Dieser Rekord ist die Anerkennung deiner Größe."

Mit seiner insgesamt 13. olympischen Goldmedaille baute Phelps auch seine Bilanz in der "ewigen Rangliste" der erfolgreichsten Olympiasportler aus.

Zum Abschluss am Sonntag kann Phelps durch einen Triumph mit der 4x100m-Lagenstaffel zum alleinigen Rekordhalter aufsteigen.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel