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Michael Phelps ist der erfolgreichste Olympionike aller Zeiten © getty

Er hat es geschafft: Michael Phelps stellt damit einen neuen Olympia-Rekord auf. Die Lagen-Staffel der USA gewinnt in Weltrekordzeit.

Von Michael Schwartz

Peking/München - Michael Phelps hat seinen Olympia-Rekord für die Ewigkeit:

Der 23-Jährige gewann am Sonntag in der letzten Entscheidung der Schwimmwettbewerbe im Aquatic Center von Peking seine achte Goldmedaille.

Mit der 4x100-Meter-Lagen-Staffel schlug er in Weltrekordzeit nach 3:29,34 Minuten an und verwies damit Australien (3:30,04 Minuten) und Japan (3:31,18 Minuten) auf die Plätze.

Dem ersten Jubel folgte das bange Warten, bis das Ergebnis bestätigt wurde. Danach reckte Phelps noch einmal beide Arme in die Höhe und ließ sich feiern.

"Ich bin einfach völlig hin und weg. Mir fehlen die Worte. Ich habe alles erreicht, was ich erreichen wollte", sagte Phelps.

Am Samstag hatte er die Bestmarke von US-Schwimmer Mark Spitz mit sieben Goldmedaillen bei den Spielen in München 1972 eingestellt. Jetzt ist er mit seinem insgesamt 14. Gold (in Athen 2004 war Phelps sechs Mal erfolgreich gewesen) alleiniger Rekordhalter.

Sieben Mal Weltrekord im Finale

Phelps blickte Richtung Tribüne, wo seine Mutter Deborah ihm zujubelte.

Der frühere australische Schwimmstar Ian Thorpe kam auf sie zu und gratulierte. Ein Zeichen der Anerkennung für das, was ihr Sohn in den vergangenen Tagen in der chinesischen Metropole geleistet hatte.

Acht Mal startete er in Finals, sieben Mal gewann er in Weltrekordzeit.

Das Glück des Tüchtigen

Zweimal allerdings hatte Phelps auch enormes Glück. Mit der 4x100-Meter-Freistil-Staffel siegte er nur, weil Jason Lezak auf der letzten Bahn Weltrekordler Alain Bernard noch abfing.

Und am Samstag über 100 Meter Schmetterling setzte er sich gegen den Serben Milorad Cavic nur mit 4,7 Millimeter Vorsprung durch.

Als Dritter ins Becken

Sonntag wurde es für Phelps, das bis dato während der Spiele 13 Mal sowohl mit Urin- als auch mit Bluttests auf Doping (Phelps: "Jeder kann glauben, was er will. Ich weiß, dass ich sauber bin") getestet worden war, einfacher.

Zwar ging er nach dem Brustschwimmen nach 200 Metern zwar nur als Dritter hinter Japan und Australien ins Becken, wendete aber über seine 100 Meter Schmetterling das Blatt.

25 Hundertstel Sekunden Vorsprung schwamm Phelps auf Japan heraus, gar 81 Hundertstel auf Australien. Das reichte Jason Lezak, um die Führung ins Ziel zu bringen.

25 olympische Goldmedaillen

Nach dem Anschlag umarmte er Aaron Peirsol, dann Brendan Hansen. Phelps ist am Ziel seiner Träume, doch noch lange nicht am Ende.

In London in vier Jahren will er wieder an den Start gehen. Dann ist er erst 27.

"Er hat die Chance, 25 olympische Goldmedaillen zu holen", meint der viermalige Olympiasieger Lenny Krayzelburg. "In jeder Ära, in jedem Bereich des Lebens gibt es ein Phänomen, ein absolutes Genie. Michael ist unser Einstein."

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