Nach der völlig verkorksten Schwimm-WM im Vorjahr reist Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen mit neuem Optimismus und einer veränderten Einstellung zu den Olympischen Spielen nach London (27. Juli bis 12. August).

"Wir haben vielmehr an der Ausdauer gearbeitet, was wahrscheinlich im vergangenen Jahr mangelhaft war", sagte die Berlinerin dem Radiosender "NDR Info".

Neben dem Training hat die 28-Jährige auch mental einiges umgestellt: "Ich glaube, dass ich jetzt mehr Bodenhaftung habe. Vor einem Jahr dachte ich wirklich, ich würde alles in Grund und Boden schwimmen, und dann hat es gar nicht so geklappt."

In Shanghai hatte Steffen als Mitfavoritin über 100 m Freistil im Vorlauf nur Rang 16 belegt und war kurz danach schlagartig aus China abgereist. Im Vorfeld hatte die Doppel-Weltmeisterin von 2009 sowie Weltrekordhalterin über 50 und 100 m Freistil vor allem auf verstärktes Krafttraining gesetzt und sich damit anscheinend verzockt.

Vor dem Abflug des deutschen Schwimmteams Richtung London am Dienstag genießt Steffen nun mit ihrem Lebensgefährten Paul Biedermann (Halle/Saale) und den anderen Mannschaftsmitgliedern die Trainingsbedingungen in Hamburg.

"Ich habe gehört, dass es in London sehr verregnet sein soll, deswegen ist das hier eine gute Vorbereitung", sagte Steffen.

Für Steffen und Biedermann wird es gleich am ersten Tag der Schwimmwettbewerbe in London am 28. Juli ernst. Weltrekordler und Europameister Biedermann startet über 400 m Freistil mit Medaillenhoffnungen, Steffen soll die 4x100-m-Kraulstaffel als Startschwimmerin zu Edelmetall führen.

Nach den Spielen ist für das Paar dann erstmal Urlaub angesagt. "Wir bleiben in Deutschland. Wir haben keine Lust mehr auf Tasche packen und Flughäfen. Wir finden, dass man in Deutschland super Urlaub machen kann, das werden wir auch tun", sagte Biedermann.

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