Kurz vor seinem ersten Start bei den Olympischen Spielen in London verspürt Schwimmstar Paul Biedermann keinen besonderen Druck.

"Nein, das merke ich eigentlich nicht", sagte der Weltrekordler: "Ich habe mir über die Jahre ein relativ dickes Fell zulegen können. Ich lasse gewisse Sachen nicht mehr an mich ran."

Der dreifache WM-Dritte geht am Samstag über 400 m Freistil im Aquatics Centre ins Wasser und hat dabei gleich seine erste Medaillenchance.

Im Mittelpunkt steht für den 25-Jährigen aber das Rennen über 200 m mit dem Finale am Montag. Bei seinem Olympia-Debüt vor vier Jahren war Biedermann Fünfter geworden.

"Ich habe mir vorgenommen, über 200 Kraul besser als Platz fünf abzuschneiden. Aber niemand nimmt sich einen vierten Platz vor", sagte der Hallenser, der bei der WM 2009 im Hightech-Anzug über beide Strecken mit Weltrekord Gold gewonnen hatte: "Ich möchte aus dem Wasser steigen und sagen: Das war mein Rennen. Mehr war nicht möglich, und mit dem Ergebnis kann ich jetzt leben."

Vor drei Jahren entthronte Biedermann in Rom Rekord-Olympiasieger Michael Phelps, im vergangenen Jahr musste er sich bei der WM in Shanghai mit Bronze begnügen - hinter dem US-Superstar, der in London auf eine Revanche über 200 m Freistil verzichten will.

Daran glaubt Biedermann noch nicht so ganz: "Ich warte erstmal den Vorlauf ab, dann wird man sehen, ob er am Start ist oder nicht."

Auf das Duell mit seinem Lieblingsgegner würde er nur ungern verzichten: "Man muss natürlich sagen: Ein Rennen mit Michael Phelps ist immer etwas Besonderes."

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