Nach dem Auftakt-Debakel der deutschen Schwimmer bei Olympia hat der ehemalige Bundestrainer Dirk Lange harsche Kritik an den Verantwortlichen geübt.
"Es hat eine völlig falsche Einschätzung der Leistungsstärke gegeben", sagte der Hamburger, der als Teil der südafrikanischen Mannschaft in London ist:
"Das hat sich schon bei der EM abgezeichnet, aber da war Friede, Freude, Eierkuchen. Man hat nicht die richtigen Rückschlüsse gezogen."
Zum Auftakt waren die ersten Medaillenhoffnungen früh geplatzt, weil Weltrekordler Paul Biedermann über 400 m Freistil und Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen mit der 4x100-m-Freistilstaffel bereits im Vorlauf ausgeschieden waren.
Bei der EM vor zwei Monaten in Debrecen hatten die deutschen Schwimmer noch acht Goldmedaillen gewonnen, die wichtigste Konkurrenz war jedoch nicht an den Start gegangen.
Vor allem ärgerten Lange die Erklärungen der Trainer, die Kräfte schonen wollten.
"Es geht um Steuergelder, um das Bild in der Öffentlichkeit. Das ist einer der größten Verbände. Da kann nicht einfach so nonchalant darüber hinweg gehen, dass zwei festeingeplante Medaillen weg sind", sagte Lange, der Ende 2011 im Streit vom Deutschen Schwimm-Verband (DSV) geschieden war.
Ins Visier nahm er vor allem Biedermanns Heimtrainer Frank Embacher.
"Paul ist einer der besten Schwimmer der Welt, aber er muss in die beste Verfassung gebracht werden. Dafür ist der Trainer da", sagte er.
Embachers Strategie sei "völlig neben dem, was alle anderen machen," gewesen: "Wer dann überrascht ist, dass bei Olympia schnell geschwommen wird, war noch nicht oft da."

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