Olympiasiegerin Ye Shiwen hat die Dopingvorwürfe gegen sich und das chinesische Schwimm-Team zurückgewiesen.
"Es gibt kein Problem mit Doping", sagte die 16-Jährige, die mit ihrem Weltrekord über 400 m Lagen für Aufsehen gesorgt hatte, nach ihrem Vorlauf über die halbe Distanz: "Das chinesische Team hat eine strikte Politik, deshalb gibt es kein Problem damit." Ye war am Samstag auf den letzten 50 m sogar schneller als US-Star Ryan Lochte geschwommen.
Derweil hat die Olympia-Zweite Lu Ying nach dem Gewinn der Silbermedaille über 100 m Schmetterling in London das chinesische Trainingssystem kritisiert.
"In China heißt es nur lernen, lernen und trainieren, trainieren und dann ausruhen", sagte die 23-Jährige, "ich glaube, unsere Denkweise hat viele Grenzen."
2008 war Lu zum Training nach Australien gegangen, dort machte sie ganz andere Erfahrungen. "Dort bin ich zum Grillen mit Teamkollegen eingeladen worden - sowas würde in China nie passieren", sagte die WM-Dritte von Shanghai weiter. In anderen Ländern hätten Athleten neben dem Training auch Spaß, während die Trainer in China darauf bestünden, dass ihre Sportler sich in der Freizeit erholen müssten.
Mit ihrem straffen Trainingssystem, das schon Kinder unter Profibedingungen drillt, hatte es das Reich der Mitte bei den Heim-Spielen vor vier Jahren in Peking erstmals an die Spitze des Medaillenspiegels geschafft. Auch in London sammelten die Chinesen an den ersten Tagen fleißig Edelmetall.

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