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Seit den olympischen Spielen 2000 in Sydney gehört das Känguru zum australischen Team. © getty

Der Streit der australischen Delegation mit dem IOC spitzt sich zu. Schlimmstenfalls droht den Aussies sogar der Ausschluss.

Vancouver - Am boxenden Känguru scheiden sich in Vancouver die olympischen Geister.

Die australische Delegation will im Streit mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) nicht nachgeben und die riesige Fahne mit dem lustigen Beuteltier im Olympischen Dorf hängen lassen.

Schlimmstenfalls könnten die Spaßvögel aus Down Under sogar den Ausschluss von den Winterspielen (Der Zeitplan) riskieren.

Die Fans jedenfalls sind auf der Seite der Aussies und fordern im Internet schon zum Schutz des Kängurus auf.

"Coole Fahne", schreibt ein Fan: "Die würde ich hängen lassen - und wenn ich geschlossen als Mannschaft abreisen müsste."

Känguru ist Teil des Teams

Die Australier begründen ihre Hartnäckigkeit damit, dass das gelbe Känguru mit den roten Boxhandschuhen seit den Sommerspielen von Sydney 2000 zum Olympia-Team gehört.

Nach Ansicht des IOC ist das boxende Känguru jedoch ein registrierter Markenartikel.

Das verletze die Regeln der Spiele - und deshalb gehöre diese Fahne nicht ins Dorf.

Die Australier wollen sich vom IOC nicht einschüchtern lassen.

Kein kommerzieller Vorteil

Das Känguru bleibt - und zwar bis zum Ende der Winterspiele am 28. Februar. Basta!

"Unser boxendes Känguru hängt immer noch stolz im Olympischen Dorf", sagt Ian Chesterman, Chef de Mission des australischen Teams.

Niemand habe einen kommerziellen Vorteil durch diese Aktion, sagt Chesterman, und es werde auch niemand benachteiligt: "Wir sind deshalb sehr zuversichtlich, dass die Fahne bis zum Ende der Spiele dort bleibt, wo sie gerade ist."

Der Funktionär ist davon überzeugt, dass jeder erkennt, dass das boxende Känguru ein großartiges australisches Symbol ist.

IOC-Standpunkt lächerlich

Das Känguru beschäftigt bereits die Politik.

Australiens Vize-Premierministerin Julia Gillard wies den IOC-Standpunkt mit Nachdruck als lächerlich zurück: "Das ist ein Skandal. Wir wollen erst recht nach dieser lächerlichen Anweisung unsere boxenden Kängurus sehen. Lasst sie uns ihnen überall zeigen."

Die humorlose Haltung des IOC sorgt bei einigen Sportfans für Kopfschütteln.

So kommentiert ein Herr S.: "Das IOC stört sich aus markenrechtlichen Gründen an einer Flagge. Und warum? Welche Marke wird hier missbraucht? Manche Beiträge werfen mehr Fragen auf, als dass sie für Klarheit sorgen."

IOC überlegt noch

IOC-Sprecher Mark Adams bemühte sich am Samstag, die Wogen zu glätten.

Es sei bisher noch nicht entschieden worden, ob man Druck auf die Australier ausüben und das Entfernen der Fahne erzwingen wolle, sagte er der Zeitung "Vancouver Sun".

Berühmtheit erlangte das boxende Känguru 1983 beim Sieg der australischen Segler im America's Cup.

Danach kaufte das Olympische Komitee Australiens dem Besitzer der siegreichen Yacht "Australia II", Alan Bond, den Markennamen ab.

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