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Andre Lange greift im Viererbob mit Anschieber Kevin Kuske nach Gold © imago

Die Deutschen wollen den Turiner Erfolg wiederholen und Russland im ewigen Medaillenspiegel überholen. München hofft auf Werbung.

Vancouver - Das Olympische Feuer hat Deutschlands Wintersportler schon erfasst, bevor die Flamme am Freitag im BC Place entzündet wird.

"Ich möchte alle fünf Rennen laufen", sagt Biathlon-Star Magdalena Neuner, die bei den Olympischen Spielen 2010 mehrfach siegen kann. "Ich schaue jeden Morgen beim Aufwachen sehnsüchtig zu jenem Platz, auf dem die Siegerehrungen stattfinden", erzählt Anni Friesinger. (Video: Friesinger will jetzt loslegen)

Und Eisschnelllauf-Kollegin Jenny Wolf hat das 500-m-Gold schon vor Augen: "Ich bin bestens in Form und sehr optimistisch."

Russland mit zwei Goldenen voraus

Vor dem Kampf um die 86 Goldmedaillen stehen die Chancen nicht schlecht, dass die 153 Köpfe zählende deutsche Mannschaft bei ihrer "Mission Vancouver" alle drei Ziele erfüllt:

Gewinnt sie mindestens zehn Goldmedaillen, kann sie als "Titelverteidiger" von Turin 2006 zum vierten Mal seit Albertville 1992 die Medaillenwertung gewinnen. Dazu muss sie nur dreimal mehr siegen als das im "ewigen Medaillenspiegel" noch 121:119 führende Russland.

Und sie soll auch Pluspunkte für die deutsche Olympiabewerbung München 2018 sammeln.

"Fair und sympathisch auftreten"

"Die IOC-Mitglieder sind vollzählig in Kanada, und für die Münchner Bewerbungsgesellschaft wird es keine zweite Chance für einen guten ersten Eindruck geben", sagt Thomas Bach.

Vor seiner erhofften Wiederwahl am Freitag zum Vizepräsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) wünscht sich der Ex-Fechter, 1976 Olympiasieger in Montreal: "Unsere Mannschaft soll mit fairen Mitteln gut abschneiden und mit sympathischem Auftreten helfen, für München 2018 zu werben."

Für Bernhard Schwank ist die Weltspitze seit 2006 dichter zusammengerückt. "Wenn es nicht zu Rang eins reicht, würde das die Freude über einen Platz auf dem Treppchen nicht trüben", sagt der Chef de Mission und Geschäftsführer der Münchner Olympia-Bewerbung.

Chancenlos in zwei Sportarten

Ab Platz vier wäre man nicht mehr ganz so happy, ergänzt Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

Das deutsche Team stellt bei seinem 4,8 Millionen Euro teuren Projekt in 8 der 15 Sportarten Goldanwärter, in vier sogar mehrere, in fünf anderen zumindest Medaillenaspiranten. Ausnahme: Eishockey und Shorttrack.

Wie 2006 in Turin könnten Biathlon (damals 5-4-2) dank der starken Frauen und Bob (3-0-0) wieder erfolgreichste Sportarten werden.

Fünf deutsche Gold-Tipps im Biathlon

Doch auch die Rodler, mit 25 Olympiasiegen beste deutsche Disziplin der Geschichte, und die alpinen Skidamen sind gut für mindestens zwei Siege. (Zeitplan: 17 Tage, 86 Entscheidungen)

Die Eisschnellläufer hoffen auf mindestens einmal Gold. Siegchancen gibt es auch im Eiskunstlauf, wenn die Paarlauf-Weltmeister Aljona Savchenko und Robin Szolkowy in Form sind, der Nordischen Kombination und im Snowboard.

Die Biathleten haben in Magdalena Neuner (Wallgau), Kati Wilhelm (Zella-Mehlis), Andrea Henkel (Großbreitenbach), Simone Hauswald (Gosheim) und Turin-Dreifachsieger Michael Greis (Nesselwang) gleich fünf Gold-Tipps.

Fünf Chancen für Riesch

Im Bob träumt Andre Lange (Oberhof) vom zweiten Double und dem dritten Vierer-Triumph in Folge. Auch die Bob-Frauen träumen vom Gold, ähnlich wie die Rodler - und die Rodlerinnen wie 2006 vom Dreifach-Erfolg.

Und Skistar Maria Riesch hat gleich in fünf Disziplinen Medaillenchancen.

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