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Einer von bislang sieben amerikanischen Gold-Gewinnern: Snowboarder Shaun White (l.) © getty

Die Amerikaner könnten in den letzten Tagen des Medaillenrennens von Vancouver eine russisch-norwegische Bestmarke knacken.

Vancouver - Ein unerwarteter Medaillenregen hat neue Hoffnung auf ein deutsches Wintermärchen geweckt.

Doch selbst wenn ab Mittwoch alle zwölf Chancen auf Edelmetall aufgehen, sind die USA auf dem Weg zu ihrem zweiten Triumph im Medaillenspiegel nach den Heimspielen 1932 in Lake Placid nur schwer zu stoppen.

Denn die Amerikaner haben bis zum Olympia-Finale am Sonntag noch acht Goldchancen - gut doppelt so viele wie das deutsche Team.

"Wir haben ein paar sehr positive Überraschungen erlebt. Doch abgerechnet wird am Ende", sagte Bernhard Schwank, der Chef de Mission der 153-köpfigen Olympiamannschaft.

Er ergänzte: "Die Amerikaner haben eine sehr starke zweite Woche. Wenn unsere Mannschaft nicht genügend Gold gewinnt, können auch Norweger oder Kanadier noch Zweite werden."

Deutschland 1992, 1998 und 2006 ganz oben

Kein Zweifel: Die USA, 2006 in Turin mit neun Siegen und 25 Medaillen schon stärkster Gegner des deutschen Teams, das damals wie 1992 in Albertville und 1998 in Nagano die Medaillenwertung gewann, sind auf dem Weg zu einem neuen Rekordergebnis.

Bei den Heimspielen 2002 in Salt Lake City hatten sie zehn Siege und 34 Medaillen bejubelt - beides sind nun reale Ziele.

USA auf Rekordjagd

Die USA könnten auch die absoluten Rekorde der Winterspiele brechen: 13-mal hatten die Sowjetunion 1976 in Innsbruck und Norwegen 2002 in Salt Lake City gesiegt, als Deutschland (36) so viele Medaillen gewann wie bis heute kein anderes Team.

Die Nachbarn des Olympia-Gastgebers sind Kandidaten für Eishockey-Gold bei Männern und Frauen, können in Slalom und Riesenslalom sowie in der Nordischen Kombination siegen, dazu im Freestyle-Ski und Viererbob, falls Andre Lange nicht als bereits erfolgreichster Pilot der Geschichte das fünfte Gold holt (Der Zeitplan der Spiele).

Trumpfkarte im Eiskanal

Lange ist am Samstag der größte deutsche Trumpf der zweiten Woche. "Jeder kämpft erst einmal für sich. Aber wenn ein Gold im Medaillenspiegel hilft, ist das sehr schön", sagte der Oberhofer.

Zuvor gibt es am Mittwoch bereits Siegchancen im Bob der Frauen und Riesenslalom mit Weltmeisterin Kathrin Hölzl. Auch am Freitag im Slalom geht in Maria Riesch eine deutsche Weltmeisterin an den Start, und Schwester Susanne gehört zu den größten Rivalinnen.

Chancen en masse

Medaillen sind am Mittwoch im 5000-m-Eisschnellauf durch Stephanie Beckert und in der Langlauf-Staffel der Männer möglich, am Donnerstag in der Frauenstaffel.

Am Samstag könnten Snowboarderin Amelie Kober wie beim Silber 2006, das Eisschnelllauf-Team der Frauen und möglicherweise Felix Neureuther wie am Slalomhang von Kitzbühel auftrumpfen.

Zum Abschluss am Sonntag gelten der 30-km-Zweite Tobias Angerer und Jens Filbrich als 50-km-Hoffnungen.

"Wir freuen uns auch über einen Platz auf dem Treppchen", sagte DOSB-Präsident Thomas Bach für den Fall, dass es mit Rang eins nicht klappt. DOSB-Generaldirektor Michael Vesper sieht gute Chancen beim Erreichen eines anderen Ziels: "Wir werden Vancouver wohl als Spitzenreiter im ewigen Medaillenspiegel verlassen."

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