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Evi Sachenbacher-Stehle (li.) und Claudia Nystad haben in Vancouver Gold und Silber gewonnen © getty

Einige Medaillengewinner bekommen in München eine Sondergenehmigung. Die Kanadierinnen bitten um Verzeihung für ihren Aussetzer.

München/Vancouver - Angeführt von den Doppel-Olympiasiegerinnen Magdalena Neuner und Maria Riesch wird sich die deutsche Olympia-Mannschaft am Dienstag auf dem Rathausbalkon in München präsentieren.

Nach der für 13.05 Uhr geplanten Landung des Großteils der deutschen Medaillengewinner auf dem Münchner Flughafen folgt ein Autokorso bis zum Marienplatz.

Dort feiert sonst der deutsche Fußball-Rekordmeister FC Bayern München seine Erfolge.

Willy Bogner, Chef der Münchner Bewerbung um Olympia 2018, hat für den Autokorso eine besondere Route organisiert: Die deutschen Olympioniken werden durch das Siegestor auf der Leopoldstraße fahren - das war bislang nicht einmal dem FC Bayern vergönnt.

Sieben Olympiasieger werden erwartet

Die Sportler werden sich anschließend ins Goldene Buch der Stadt München eintragen. (Mehr Splitter: Vancouver gehen die Kondome aus)

Anschließend soll es auch eine Autogramm-Meile auf dem Marienplatz geben.

Angesagt haben sich neben Neuner und Riesch bereits Bob-Olympiasieger Andre Lange, die Rodel-Olympiasieger Felix Loch und Tatjana Hüfner und die Langlauf-Olympiasieger Claudia Nystad und Evi Sachenbacher-Stehle.

Sport1.de fasst die weiteren Olympia-Splitter zusammen:

Bier und Zigarren:

Die kanadischen Eishockey-Spielerinnen haben sich für ihre ausschweifende Jubelfeier nach dem Olympiasieg entschuldigt.

Das ganze Team hatte den 2:0-Finalerfolg gegen den Erzrivalen USA auf dem Eis mit Bier und Zigarren gefeiert und sich dadurch den Zorn des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zugezogen.

"Es tut uns leid, wir wissen, dass es besser gewesen wäre, in der Kabine zu feiern", sagte die kanadische Spielerin Jayna Hefford.

Straftat nach Goldmedaille

Vor allem ihrer Teamkollegin Marie-Philip Poulin könnte wegen der Bier-Party Ärger drohen. Denn in der kanadischen Provinz British Columbia ist Alkoholkonsum erst ab 19 Jahren per Gesetz erlaubt. Poulins 19. Geburtstag ist erst am 28. März.

"Die Goldmedaille zu gewinnen, ist das Größte für mich. Ich wollte diesen Moment genießen, und deshalb haben wir auf dem Eis gefeiert", sagte der Teenager.

Dass sie durch den Alkoholkonsum gegen das Gesetz verstieß, habe sie in diesem Augenblick gar nicht bemerkt, sagte Poulin und entschuldigte sich: "Das war ein Fehler, ich werde daraus lernen. Das wird nicht wieder vorkommen."

"Wir wollten feiern, das war's"

Poulins Teamkollegin Hefford bat um Verständis.

"Wir haben Großartiges geleistet, nicht nur für uns, sondern für das ganze Land."

Nicht eine einzige Spielerin im Team sei übrigens eine Raucherin. Hefford: "Wir hatten Zigarren, wir hatten Bier, wir wollten feiern, das war's auch schon."

Wetten:

Robert Gibbs, Pressesprecher im Weißen Haus, muss bei seinem nächsten offiziellen Termin ein kanadisches Eishockeytrikot tragen.

Er löst damit eine verlorene Wette gegen seinen kanadischen Amtskollegen Dimitri Soudas ein. Beide hatten auf einen Olympiasieg ihrer Eishockey-Frauen gesetzt, das Endspiel gewann Kanada gegen die USA mit 2:0.

Spende:

Die australische Rodlerin Hannah Campbell-Pegg versteigert bei einem Internetauktionshaus ihren Rennanzug.

Der Erlös soll der Familie des in Vancouver tödlich verunglückten Nodar Kumaritaschwili zugute kommen.

Das Höchstgebot lag am Freitagmittag (Ortszeit) bei umgerechnet 1190 Euro.

Rücktritt I:

Ski-Rennläuferin Anja Pärson will ihren Rücktritt möglicherweise noch einmal aufschieben.

"Ich hoffe, ich kann nach der Pause im nächsten Jahr noch mal zurückkommen. Es sprechen mehr Dinge dafür als dagegen", sagte die Schwedin nach dem Slalom.

Pärson, die beim zweiten Olympiasieg von Maria Riesch ausschied, hatte zunächst nach dieser Saison aufhören wollen.

Eine medizinische Untersuchung in den kommenden Tagen soll Aufschluss darüber geben, ob sie doch weiterfahren kann.

99 Prozent erreicht

"Wer mich kennt weiß, dass ich nur antrete, wenn ich hundert Prozent geben kann", sagte sie.

In Whistler hatte Pärson nach einem furchterregenden Sturz in der Abfahrt Bronze in der Super-Kombination gewonnen. Ihr einziges olympisches Gold holte sie 2006 in Turin (Slalom).

"Meine Karriere handelte immer davon, Rekorde zu brechen. 99 Prozent von dem, was ich erreichen wollte, habe ich erreicht", sagte sie.

Pärson will sich "eine Familie zulegen"

Pärson will allerdings nicht mehr lange fahren.

"Ich bin eine Frau. Ich will nicht schon im reifen Alter sein, wenn ich mir eine Familie zulege", sagte sie.

Nach ihrer Karriere kann sich Pärson einen Job beim schwedischen Skiverband vorstellen.

"Wenn sie mich wollen, werde ich ihnen sicher geben, was ich kann", sagte sie.

RÜCKTRITT II:

Die Rostockerin Aika Klein stürzte in ihrem 1000-m-Viertelfinale und schied als Letzte ihres Laufes aus.

Die 27-Jährige kündigte danach an, dass sie ihre Karriere nach der EM in drei Wochen in Sofia (19. - 21. März) beenden werde.

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