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Maria Riesch feiert auf dem Münchner Rathaus-Balkon © getty

Viel Prominenz aus Politik und Sport würdigt in München die deutschen Olympioniken - denen wird eine historische Ehre zuteil.

München - Doppel-Olympiasiegerin Maria Riesch kennt sich mit großen Emotionen aus, aber als sie den Balkon des Münchner Rathauses betrat, musste sich sich ein paar Tränen aus den Augenwinkeln wischen.

"Ich bin dermaßen überwältigt - das ist der absolute Hammer, hier zu stehen", rief die 25-Jährige den tausenden wetterfesten Fans zu, die sich am Dienstagnachmittag trotz Dauerregens auf dem Marienplatz eingefunden hatten. 206680(DIASHOW: Die deutschen Medaillengewinner)

Pünktlich zum offiziellen Empfang der deutschen Olympia-Rückkehrer versprühte das in den Tagen zuvor so freundliche Münchner Wetter kanadisches Flair:

Es regnete in Strömen - genau wie zu Beginn der Winterspiele in Vancouver vor gut zwei Wochen. Doch die Stimmung bei Sportlern und Fans trübte die Witterung ebenso wenig wie die Müdigkeit, die vielen Athleten in den Knochen steckte. (DATENCENTER: Alle Olympia-Ergebnisse)

"Ein toller Abschluss"

"Ich bin total übermüdet, habe Hunger und habe Durst", sagte Biathlon-Königin Magdalena Neuner, dekoriert mit zwei goldenen und einer silbernen Medaille: "Aber es ist ein toller Abschluss. Schön, dass so viele Leute gekommen sind."

Bereits am Flughafen hatte sie angesichts von fünf Blaskapellen, mehr als tausend Fans und zahllosen Reportern ungläubig um sich geblickt.

Nystad sprachlos

Langläuferin Claudia Nystad, die Gold im Teamsprint und Silber in der Staffel gewonnen hatte, verschlug es fast die Sprache: "Ich glaube, ich hab noch nie so viele Menschen auf einem Haufen gesehen."

Die Dächer der Cabrios im Autokorso, der erstmals nicht um das Siegestor herum, sondern mitten hindurch Richtung Rathaus fuhr, waren zwar geschlossen, aus den Fenstern blickten aber nur glückliche Gesichter.

Kindheitstraum auf dem Balkon

"Das ist eine Riesenehre", sagte Riesch, und auch Eissschnellläuferin Stephanie Beckert war begeistert: "Das ist was wahnsinnig Besonderes."

Im Anschluss an die Ehrung auf dem Balkon, die Langläufer Tobias Angerer als "Kindheitstraum" bezeichnete, trugen sich die Sportler ins Goldene Buch der Stadt ein.

Im Hinblick auf die Münchner Olympia-Bewerbung für 2018 sagte der ehemalige Ski-Rennläufer und Doppel-Olympiasieger Markus Wasmeier: "Das sind klasse Bilder. München ist sportbegeistert, und gerade im Wintersport sind die Münchner verrückt. Ich glaube, dass die Spiele in München gut aufgehoben wären."

Hoeneß echter Olympia-Fan

Uli Hoeneß, als Präsident von Rekordmeister Bayern München Balkon-erprobt, harrte anders als viele andere geladene Gäste tapfer im Regen aus und outete sich als echter Olympia-Fan.

"Die Leistung der Athleten war großartig und deshalb haben sie es auch verdient, dass man ihnen so einen Empfang bereitet", sagte er, und fügte hinzu: "Wir werden versuchen, alles in unserer Macht Stehende zun tun, damit München die Spiele 2018 kriegt."

Begeisterung als positives Signal

Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Thomas Bach, wertete die Begeisterung als positives Signal. "Der heutige Tag ist ein besonderes Zeichen, um unsere Begeisterung zu zeigen", sagte er.

"Das ist toll für die Athleten und hervorragend für die Bewerbung. Ich hoffe, dass wir uns alle 2018 hier wiedersehen - nach den Olympischen Spielen in München."

Riesch noch mit 33 dabei?

Im Falle einer erfolgreichen Bewerbung, versprach Riesch, werde sie dann auch mit 33 Jahren noch dabei sein: "Bei dem Publikum fahr ich natürlich noch."

Neuners Gedanken kreisten trotz der triumphalen Rückkehr um naheliegendere Dinge.

"Ich freue mich auf mein Bett", sagte sie: "Ich werde zu Hause die Tür hinter mir zumachen und den Sport erstmal draußen lassen."

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