Der Unterschied zwischen Champions League und Zweiter Liga ist riesig. Für Spieler und Journalisten hat beides seinen Charme.

Die Fußball-Fans in Deutschland freuten sich in dieser Woche auf die Duelle der weltbesten Klubmannschaften in der Champions League. Fußball der Extraklasse, im Stadion und vor den TV-Schirmen ist es meist ein Genuss.

Da sitzen auch die Journalisten-Kollegen gern vor dem Fernseher und begleiten die Spiele für die verschiedenen Plattformen live.

Wie auch in anderen Berufen gibt es Dinge, die man gern macht, aber auch Sachen, die man am liebsten nicht machen würde. Ein Maler streicht zum Beispiel gern Fassaden, aber ein Treppengeländer mit vielen Eisenstangen kann schon zum Verdruss werden.

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Also: Kontraste sind's, die den Job ausmachen. Auf der einen Seite Champions League, auf der anderen die Zweite Liga. Auch diese Spiele in Ahlen, Oberhausen, Cottbus und Koblenz müssen Woche für Woche mehrfach live begleitet werden. Für den Teletext, fürs Internet usw., usw.

Und das sind dann für mich die Schattenseiten des Jobs. Wie sagte früher ein Ex-Kollege, als er sich Diego Maradona anschaute auf den Einwurf eines Freundes: "Den Maradona den sieht man doch nur 20 Minuten in einem Spiel richtig auftreten."

Die schlagfertige Antwort des ehemaligen Kollegen: "Lieber 20 Minuten Maradona als 90 Minuten Waldhof Mannheim."

Und so sitzt man vor dem TV-Schirm, 90 Minuten lang, wenn sich die Filigrantechniker des Fußball-Unterhauses den Ball zuschieben. 90 Minuten oft Langeweile.

Die Fehlpässe, unsinnige Bälle, die einfach nur in die Luft geballert werden, Hin- und Hergeschiebe des runden Leders, Mittelfeld-Geplänkel und vor dem Tor mangels Können dann oft klägliches Versagen bei der Chancenauswertung - und das alles live!

Statt 90 Minuten Brisanz meist nur 90 Minuten Tristesse. Statt 80.000, die "You will never walk alone" singen, hört man in der Nachbarschaft des Stadions nicht selten ein Hundegebell des Tierheims. Statt Gänsehaut-Feeling Bauernhof-Idylle - und das alles live!

Aber hat das nicht auch seinen Charme? Der Däne Jensen, der einst beim Zweitligisten Fortuna Köln seine Brötchen verdiente, lobte mal die Atmosphäre mit den ein paar erlauchten Fans auf den Rängen: "Das ist schon toll hier. Wenn du auf dem Rasen spielst, kannst du hören wie einer auf der Tribüne niest."

Wolfgang Kleine hatte als Journalist seine Feuertaufe bei der Fußball-WM 1974 in Deutschland. Danach wurden für ihn zahlreiche Handball-Spiele, die Berichterstattung vom Leichtathletik-Europacup 1979 und die Begleitung der Tour de France 1996 sowie 1997 unvergessliche Erlebnisse. Aber eines bleibt besonders in Erinnerung: Das Wintermärchen der Olympischen Spiele 1994 in Lillehammer.

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