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Thomas Bach gewann 1976 mit der Florettmannschaft Olympisches Gold © getty

Bei Sport1.de blickt DOSB-Präsdient Bach auf die Winterspiele zurück und spricht über Münchens Chancen, Olympia 2018 auszurichten.

Von Rainer Nachtwey

München - Platz zwei im Medaillenspiegel der Olympischen Spiele und beste Mannschaft in der Nationenwertung der Paralympics:

DOSB-Präsident Thomas Bach kann mit dem Abschneiden der deutschen Athleten bei den Winterspielen in Vancouver äußerst zufrieden sein.

"Das war ein herausragender Erfolg", bescheinigt Bach den Athleten bei Sport1.de ein gutes Zeugnis.

Doch mit dem Ende der Olympischen und Paralympischen Spiele von Vancouver beginnt sich die Konzentration des DOSB auf die Bewerbung Münchens für die Winterspiele 2018 zu verschieben, der Bach "hervorragende Chancen zumisst".

Im Interview der Woche blickt Bach auf Vancouver zurück und spricht über die Münchner Kampagne.

Sport1.de: Herr Bach, wie beurteilen Sie das Abschneiden der deutschen Mannschaften bei den Olympischen und Paralympischen Winterspielen in Vancouver?

Thomas Bach: Es war ein herausragender Erfolg der Athleten sowohl bei den Olympischen als auch bei den Paralympischen Spielen. Zumal sich die Konkurrenten wie Kanadier, Amerikaner und Norweger verschärft darauf vorbereitet haben. Das wertet das Ergebnis auf. 206680(DIASHOW: Die deutschen Medaillengewinner)

Sport1.de: Allerdings wurden die Erfolge hauptsächlich in den klassischen Disziplinen erzielt. In den Trendsportarten hinkte die deutsche Mannschaft der Konkurrenz hinterher. Müssen diese Sportarten mehr gefördert werden?

Bach: Sicherlich. Aber nicht nur wegen der Erfolge, sondern auch, um Nachwuchs und Jugendliche zu gewinnen, diesen Sport zu betreiben.

Sport1.de: Wenn Sie die Sportlerin des Jahres wählen müssten: Würden Sie Ihre Stimme Magdalena Neuner oder Verena Bentele geben?

Bach: Die Sportler des Jahres muss ich zum Glück nicht wählen, das machen die Sportjournalisten. Deshalb halte ich mich hierzu gerne zurück. 214775(Die deutschen Medaillengewinner der Paralympics)

Sport1.de: Der deutsche Fahnenträger Frank Höfele äußerte scharfe Kritik an der Gesellschaft. Ein Kritikpunkt war, dass sich der Behindertensport durch die Professionalisierung vom "normalen Sport" entfernt. Ist eine Integration in den "normalen Sport" gewünscht?

Bach: Es sind verschiedene Punkte zu berücksichtigen. Die Strategie des Paralympischen Komitees ist es, die Leistungen der Athletinnen und Athleten in den Vordergrund zu stellen und nicht zu sehr deren Behinderung. Diese Strategie ist voll aufgegangen, gerade auch hier in Deutschland. Grund dafür ist, dass die Vorbereitung der deutschen Athleten mit hoher Intensität betrieben wird. Zum anderen wird eine Eingliederung der Paralympischen in die Olympischen Spiele, die ja immer wieder diskutiert wird, vom Paralympischen Komitee nicht gewünscht.

Sport1.de: Würden die Paralympischen Athleten mit der Eingliederung weit weniger Aufmerksamkeit erhalten?

Bach: Das ist einer der Gründe, die IPC-Präsident Phil Craven immer wieder anführt, und ich glaube, zu Recht. Die Aufmerksamkeit wäre bei weitem nicht so hoch, wie sie jetzt bei einer eigenständigen Veranstaltung ist.

Sport1.de: War der Auftritt der deutschen Sportler in Vancouver - ohne olympisch und paralympisch zu unterscheiden -, Werbung für eine Olympia-Bewerbung Münchens 2018? Es waren die letzten Spiele vor der Vergabe am 6. Juli 2011 in Durban.

Bach: Das hat beide Mannschaften ausgezeichnet: Sie waren nicht nur erfolgreich, sondern auch sehr sympathische Botschafter des deutschen Sports für die Olympia-Bewerbung Münchens und unser ganzes Land.

Sport1.de: Wie beurteilen Sie die Chancen, für eine Vergabe der Spiele nach München?

Bach: Der DOSB hat von Beginn an deutlich gemacht, dass er nur eine Bewerbung unterstützt, die auch international Chancen hat. Dieser Beschluss ist einstimmig gefallen. Daran sehen Sie, dass wir München hervorragende Chancen zumessen. Aber wir wissen auch, dass es ein ganz, ganz harter Wettbewerb wird, in dem es im Vergleich zu den sonstigen Olympischen Wettbewerben kein Silber und Bronze gibt, sondern nur Gold. Deswegen ist er auch besonders hart.

Sport1.de: Was sind die Knackpunkte der Münchner Bewerbung?

Bach: München hat ein Konzept, das moderne Olympische Winterspiele widerspiegelt. Es ist ein kompaktes Zwei-Cluster-Konzept, mit dem auch Vancouver sehr erfolgreich war. Wobei bei der Münchner Bewerbung noch zu berücksichtigen ist, dass Garmisch-Partenkirchen näher an München liegt als Whistler an Vancouver.

Im zweiten Teil des Interviews spricht Bach über Münchens und das ewige Thema Doping >>

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