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Willy Bogner, Katharina Witt und Bürgermeister Christian Ude (v.l.) kämpfen für die Münchner Bewerbung © getty

Willy Bogner, Chef der Olympia-Bewerbungsgesellschaft, fordert ein höheres Budget. Auch die Landwirte in Garmisch machen Ärger.

München - Die Olympia-Bewerbung Münchens um die Winterspiele 2018 wird immer mehr zu einer Zerreißprobe und droht am Geld zu scheitern.

Willy Bogner, seit November 2009 Chef der Olympia-Bewerbungsgesellschaft München 2018, soll laut Informationen der "Süddeutschen Zeitung" mit Rücktritt gedroht haben, falls das Budget für die Bewerbung nicht erhöht werde.

Zugleich ist die Lage beim Mitbewerber Garmisch-Partenkirchen völlig festgefahren, weil sich Bauern hartnäckig weigern, ihre Grundstücke für Olympia zur Verfügung zu stellen. Erst am vergangenen Wochenende hatten Bayerns Landtags-Grüne mit einem offenen Brief an den Präsidenten das IOC für Wirbel gesorgt.

Zwei Problemfelder

"Die Lösung der beiden Problemfelder ist für mich und mein weiteres Engagement als Geschäftsführer entscheidend", heißt es laut der "Süddeutschen" in dem Schreiben, das allen Gesellschaftern zugegangen ist.

Bogner bestätigte zwar, dass er einen vertraulichen Brief an die Gesellschafter und den Aufsichtsrat geschickt habe, will diesen aber anders gedeutet wissen.

Kein Bogner-Rücktritt

"Ich habe nicht mit meinem Rücktritt gedroht und werde dies auch in der Zukunft nicht tun", ließ der 68 Jahre alte Manager am Dienstagabend in einer Erklärung der Bewerbungsgesellschaft verbreiten.

Er habe lediglich deutlich gemacht, dass sein Engagement natürlich im Zusammenhang mit den Rahmenbedingungen der Gesellschaft stehe.

Am Donnerstag treten zuerst der Aufsichtsrat und später die Gesellschafter in ihrer turnusmäßigen Sitzung in der Staatskanzlei zusammen. Dort werde im Rahmen einer Pressekonferenz über den aktuellen Stand informiert.

Ude reagiert verschnupft

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) zeigte sich über Bogners Brief erstaunt und reagierte sichtlich verschnupft: "Ich finde die Verknüpfung von finanziellen Wünschen mit dem eigenen Engagement immer problematisch", sagte Ude der "Süddeutschen".

Grundsätzlich ist Willy Bogner aber weiter optimistisch für den weiteren Verlauf der Bewerbung. "Dafür ist der Rückhalt und die volle Unterstützung der Gesellschafter nach wie vor gegeben", sagte Bogner.

Darüber hinaus lägen den für die Finanzierung verantwortlichen Gesellschaftern der öffentlichen Hand weitere positive Signale aus der Wirtschaft vor. Die Gesamtfinanzierung muss endgültig erst im nächsten Jahr gesichert sein.

DOSB ist optmistisch

Auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) glaubt weiter an die Bewerbung. "Der DOSB ist nach wie vor sicher, dass die für die Finanzierung verantwortlichen Gesellschafter die notwendigen Mittel aufbringen werden", erklärte DOSB-Sprecher Christian Klaue.

Willy Bogner forderte zudem am Dienstagabend im Sportblock der "Abendschau" des Bayerischen Fernsehens nach Übergangskrediten in Millionenhöhe weitere Gelder von der Politik ein.

Zwei Drittel der erforderlichen Summen habe man über Sponsoren zusammen, so Bogner, "wenn einfach deutlich wird, aus der Wirtschaft wird wahrscheinlich nichts mehr kommen, weil die Zeit immer knapper wird, dann muss die Politik uns helfen. Selbstverständlich, daran geht kein Weg vorbei, " erklärte Bogner.

Staatsminister contra Bogner

Dazu sagte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer der "Süddeutschen", er finde Bogners Forderung nach mehr Geld "im Kern berechtigt, aber über das Ausmaß müssen wir noch reden."

Dagegen sprach sich der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Staatsminister Siegfried Schneider, im Sportblock der "Abendschau" indirekt bereits gegen weitere staatliche Gelder aus.

"Der Auftrag an die Bewerbungsgesellschaft ist es, Gelder zu akquirieren. Es fehlt noch ein Stück, aber dann muss erst noch weiter gearbeitet werden, bevor man sich an den Staat wendet und zusätzliches Geld einfordert", meinte Schneider.

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