vergrößernverkleinern
Münchens OB Christian Ude weist auf das Olympia-Bewerber-Logo © getty

Der IOC-Boss macht München Mut. Bewerbungs-Chef Willy Bogner meint, die Garmischer müssten die Gegner selbst umstimmen.

München - Der oberste Olympier Jacques Rogge macht München auf dem Weg zu den Winterspielen 2018 Mut, doch Bewerbungschef Willy Bogner will die Bürger jetzt erstmal zur Kassen bitten.

"Wir haben den Plan, die Bevölkerung und Olympia-Fans einzuspannen - mit Fernsehspots, die zum Kauf von Fanpaketen animieren", sagte Bogner in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Focus.

Derweil gab es Zuspruch von höchster Stelle aus dem Olymp. "Wir kennen das auch von anderen Kandidaturen. Es bleibt noch ein Jahr, um Lösungen zu finden. Ich bin sicher, dass am Ende die breite Bevölkerung die Kandidatur unterstützen wird", sagte Jacques Rogge am Rande der Sportschützen-WM in München im Interview mit dem "Bayerischen Rundfunk".

Bogner nimmt Garmischer in die Pflicht

Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) spielte damit auf die noch immer ungeklärten Grundstücksfragen in Garmisch-Partenkirchen an. Das strittige Thema stellt laut Rogge allerdings noch keine akute Gefahr für die Olympia-Bewerbung Münchens für 2018 dar.

Bogner sieht nun im brisanten Grundstücksstreit die Garmischer Bevölkerungsmehrheit, die sich für Olympia 2018 ausspricht, in der Pflicht, Überzeugungsarbeit zu leisten. (Bogner fordert mehr Geld)

Auch prominente Sportler wie Maria Riesch oder Felix Neureuther, müssten sich mehr einbringen, forderte der frühere Ski-Star.

Einige Areale verzichtbar

Die Bewerbungsgesellschaft könne in Garmisch-Partenkirchen nicht mehr viel tun. "Jetzt ist es Aufgabe der Marktgemeinde, die Grundstücke zu sichern. Die Bewerbungsgesellschaft kann keine Verträge abschließen", sagte Bogner.

Auf wie viele Areale man notfalls verzichten könne, kann er nicht beziffern: "Wenn nur ein paar Grundstücksbesitzer nicht mitmachen, wird es aber sicher funktionieren."

Rogge bestätigte, dass sein deutscher Vizepräsident Thomas Bach "von allen Seiten als ein möglicher Nachfolger für mich angesehen wird". Das Rennen um die Ausrichtung der Spiele 2018 habe aber keinen Einfluss auf die 2013 anstehende Wahl: "Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun."

Rogge gegen versprengte Spiele

Einer Einbeziehung von Ruhpolding, Inzell oder gar Oberstdorf in die Bewerbung Münchens erteilte Rogge indirekt eine Absage: "Olympia ist ein globales Festival des Sports, bei dem die Sportler möglichst in einem Olympischen Dorf zusammen leben. Es sind halt nicht eine Vielzahl verschiedener Weltmeisterschaften nebeneinander.

Bisher hätten nur elf Länder Winterspiele, aber mehr als 20 Länder Sommerspiele ausgerichtet.

Den Vorschlag von Kult-Bergsteiger Reinhold Messner, die Winterspiele alternierend an fünf oder sechs Orten auszutragen, widerspreche der Idee Olympischer Spiele. "Wir wollen auf so viele verschiedene Kontinente wie nur möglich gehen, auch in neue Länder, um sie für den Sport zu öffnen und die olympische Idee zu verbreiten."

Entscheidung n Durban

München wäre die erste Stadt, die Sommer- und Winterspiele ausrichten würde.

Rogge: "Wir werden den Terror-Anschlag von 1972 nie vergessen und das Andenken an die Opfer bewahren. Aber das wird in keiner Weise die Chancen von München 2018 mindern."

In München, Pyeongchang und Annecy stünden am 6. Juli 2011 in Durban drei Städte aus drei Ländern zur Wahl, die alle hervorragend geeignet seien, Großveranstaltungen zu organisieren, sagte Rogge: "Egal wie sich das IOC entscheiden wird: Es werden gute Spiele werden, und nur das zählt für mich."

94 Prozent fließen wieder in den Sport

Dass nur drei Bewerber angetreten sind, führt der IOC-Präsident auf die `heftigste Wirtschaftskrise seit den 30er Jahren" zurück: "Für die Zeit nach 2018 sind schon jetzt wieder mehr Bewerbungen abzusehen."

Das IOC reinvestiere 94 Prozent aller Einnahmen in den Sport und behalte nur sechs Prozent für Administration und Rücklagen.

Bei Olympia übernehme man ein Drittel des Organisationsbudgets, "was jedes Bewerbungskomitee weiß", in London 2012 sind das cirka eine Milliarde Dollar. Außerdem gingen Gelder an Nationale Olympische Komitees, Sportverbände und an Athleten vor allem in Entwicklungsländern.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel