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Katharina Witt wurde in ihrer karriere viermal Weltmeisterin im Eiskunstlaufen © imago

Nach dem Rückzug des Bewerbungs-Chef soll die ehemalige Eiskunstläuferin Münchens Olympia-Bewerbung wieder in Schwung bringen.

München - Nach dem krankheitsbedingten Rückzug des heftig in die Kritik geratenen Willy Bogner soll die charmante Katarina Witt die Olympischen Winterspiele 2018 nach München holen.

Der unter einer Darmerkrankung leidende Bewerbungschef Bogner hatte am Montag offiziell aus gesundheitlichen Gründen darum gebeten, ihn von seiner Funktion als Vorsitzender der Geschäftsführung zu entbinden.

Die Gesellschafterversammlung kam auf einer Telefonkonferenz seinem Wunsch einstimmig nach.

"Ich wünsche Willy Bogner eine schnelle Genesung", sagte Katarina Witt und stürzte sich gleich in ihre neue Aufgabe: "Meine vielen Gespräche mit IOC-Mitgliedern zeigen, dass wir gut im Rennen liegen, dass es aber auch noch viel zu tun gibt."

Witt soll den Erfolg bringen

Die weltweit bekannte zweimalige Olympiasiegerin im Eiskunstlauf hatte als Vorsitzende des Kuratoriums schon in den letzten Monaten mit ihrem Lächeln für München 2018 geworben.

Jetzt soll sie die derzeit etwas schlingernde Bewerbung als Präsentations-Chefin bis zum Finale am 6. Juli 2011 in Durban/Südafrika gegen Pyeongchang/Südkorea und Annecy/Frankreich zum Erfolg führen.

Rückzug wegen Krankheit

"Durch die personelle Maßnahme ist die Fortsetzung der erfolgreichen Arbeit der Bewerbungs-Gesellschaft gewährleistet", sagte DOSB-Präsident Thomas Bach.

Der Rückzug von Bogner sei nur aus Gründen seiner Erkrankung erfolgt:

"Im Vordergrund steht jetzt die Gesundheit von Willy Bogner. Die Ärzte waren bei ihren Untersuchungen in den letzten Tagen in ihrem Rat sehr klar. Die Krankheit ist der einzige Grund für diesen Schritt."

Aufsichtsratposten als Trostpflaster

Bogner leidet unter einer Darmverschlingung und konnte zuletzt nur noch unter dem Einsatz von Medikamenten weiterarbeiten.

"Meine Erkrankung ist doch ernster als angenommen. Von längeren Auslandsreisen raten meine Ärzte dringend ab. Darum bitte ich um Verständnis, dass ich die Gesundheit voranstelle", sagte der 68-Jährige.

Als Trost für seinen Rückzug soll er einen Posten im Aufsichtsrat von München 2018 bekommen.

Etat wird aufgestockt

Als Gründe für die Erkrankung hatte Bogner vergangenen Mittwoch auch "psychische Faktoren" genannt.

Der für die Bewerbung als Ein-Euro-Jobber tätige Modeunternehmer war unter anderem in die Kritik geraten, weil er in einem Brief an die Gesellschafter der Bewerbung mit seinem Rücktritt gedroht hatte, falls das Budget nicht erhöht wird.

Der Etat wurde daraufhin von 30 auf 33 Millionen Euro aufgestockt. Bogner findet seine zweifelhafte Vorgenhensweise auch jetzt noch richtig, obwohl es selsbt von Katarina Witt heftige Kritik gegeben hatte.

Verhandlungen sind festgefahren

"Wenn die Emotionen hochkochen, bringt man auch manchmal die verkehrten Argumente. Außerdem macht immer der Ton die Musik", hatte Witt in einem Interview erklärt.

Jetzt ist sie selbst die Chefin und muss mit dafür sorgen, dass die festgefahrenen Verhandlungen mit Grundstückseigentümern in Garmisch-Partenkirchen bis zur Abgabe des Bid Books am 11. Januar 2011 gelöst werden.

Witts Lächeln als Zugabe

Neuer Vorsitzender der Geschäftsführung wird Bernhard Schwank, der bisherige stellvertretende Geschäftsführer Jürgen Bühl wurde zum ordentlichen Geschäftsführer ernannt.

"Ich freue mich auf die neue Herausforderung und nehme sie gerne an. Zusammen mit unserem hervorragenden Bewerbungsteam werden wir dem IOC ein zukunftsweisendes Konzept für freundliche Olympische und Paralympische Winterspiele 2018 bieten", sagte Schwank.

Mit dem Lächeln von Katarina Witt als Zugabe.

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