vergrößernverkleinern
Maria Riesch (l.) gewann bei Olympia in Vancouver zweimal Gold © getty

Die Doppel-Olympiasiegerin startet ihre Initiative für München 2018. Die Bewerbung schafft "einen weiteren Meilenstein".

München/Garmisch-Partenkirchen - Ski-Olympiasiegerin Maria Riesch wollte endlich mal was tun für die Bewerbung von München um die Olympischen Spiele 2018.

Also hat sie bei der Bewerbungsgesellschaft vorgesprochen, und herausgekommen ist die Initiative "PROlympia". Riesch hat sich vorgenommen, "Marias Freunde für 2018" zu gewinnen.

Der Entertainer Thomas Gottschalk war der erste, den sie am Montagvormittag im Münchner Rathaus vorstellte und mit einem weißen Armband versah. Kommende Woche will die 25 Jahre alte Partenkirchnerin zum EM-Qualifikationsspiel nach Berlin reisen und dort mit den deutschen Fußball-Nationalspielern anbandeln.

Eckdatenpapier präsentiert

Bald soll gefühlt die halbe Menschheit das weiße Freundschaftsband tragen, Bewerbungs-Chef Bernhard Schwank verspricht sich durch die Initiative von und mit Riesch eine "steigende Unterstützung" für "München 2018".

Doch wesentlich wichtiger war für Schwank am Montagvormittag, dass er das neue Eckdatenpapier präsentieren konnte.

Daraus wird das sogenannte große Bid Book entstehen, das in gut dreieinhalb Monaten, am 11. Januar 2011, dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) übergeben werden muss. Diese 396 Seiten sind nichts anderes als eine Garantieerklärung, in der steht: So würde "München 2018" werden.

Finanzierung des Umweltkonzepts steht

Einen "weiteren Meilenstein" nannte Michael Vesper, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Bewerbungsgesellschaft und Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), die neue Vorlage, "die Konturen werden immer klarer".

Die wichtigsten Entscheidungen fielen erst in der vergangenen Woche: Die Olympia-Kritiker in Garmisch-Partenkirchen sind weitgehend befriedet.

Und am Freitag einigten sich die Stadt München, der Freistaat Bayern und der Bund auf die Finanzierung des Umwelt- und Nachhaltigkeitskonzepts. Der Kostenpunkt: 100,5 Millionen Euro, 50,5 Millionen davon bringt München auf.

Bis zu 3 Milliarden Euro Kosten

Ihr Umweltkonzept betonen die Olympia-Bewerber bei jeder Gelegenheit, im Gesamtetat verschwindet der Posten aber beinahe.

Zwischen 2,566 und maximal 3,066 Milliarden Euro sollen die Spiele 2018 kosten, wenn München mit den Partnern Garmisch-Partenkirchen und Königssee am 6. Juli 2011 im Dreikampf mit Pyeonchang/Südkorea und Annecy/Frankreich den Zuschlag erhält.

Davon entfallen 1,266 Milliarden Euro als Veranstaltungskosten auf das Organisationskomitee (OCOG). "Das ist konservativ gerechnet", versicherte Bewerbungs-Chef Schwank. Bund, Land und Stadt müssten ein eventuelles Defizit tragen.

Neues Olympia-Dorf

Dazu kommen noch zwischen 1,3 und 1,8 Milliarden Euro an sogenannten Nicht-OCOG-Ausgaben für Infrastrukturmaßnahmen, oder, wie es der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude formulierte: "Für alles, was dauerhaft bleibt."

Dazu gehören etwa 1310 Wohnungen in München, die zunächst als Olympisches Dorf dienen, oder zwei neue Hallen im Münchner Olympiapark.

Wie hoch die Kosten am Ende ausfallen, könne man "zum jetzigen Planungsstand noch nicht beziffern", sagte Schwank. Ude hob freilich hervor, dass für sämtliche geplanten Maßnahmen auch nach den Spielen 2018 ein Bedarf bestehe.

Abstimmung in Stadt- und Gemeinderäten

Das Eckdatenpapier ist "von herausragender Bedeutung für den weiteren Bewerbungsprozess", betonte Bewerbungs-Chef Schwank.

Daraus entsteht das 17 Hauptthemen umfassende Bewerbungsbuch, und dies wiederum wäre im Falle eines Zuschlags die Grundlage für den Vertrag mit dem IOC. Zuvor aber muss es noch durch die politischen Gremien.

Am 6. Oktober werden Stadt- und Gemeinderäte in München, Garmisch-Partenkirchen und im Berchtesgadener Land über die Pläne ein weiteres Mal abstimmen. In "GAP", wo nun alles eine Nummer kleiner ausfällt, muss der Gemeinderat davor aber erstmal seinen alten Beschluss aufheben.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel