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Geschäftsführer Bernhard Schwenk will die Olympia 2018 nach München holen © getty

Grundstücksbesitzer wollen die Bewerbung für München 2018 mit einem Brief an das IOC stoppen. Bayern plant mit Alternativen.

München - Der Streit um die Grundstücke für die Münchner Bewerbung um die Winterspiele 2018 hat eine neue Dimension erreicht.

Durch einen Brief an Jacques Rogge, den Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees, versuchten am Donnerstag 59 Garmischer Grundstücksbesitzer, das deutsche Projekt zu Fall zu bringen.

Im dem Schreiben des Münchner Rechtsanwaltes Ludwig Seitz heißt es, die Grundstückseigentürmer würden ihren Besitz nicht für die Winterspiele 2018 zur Verfügung stellen.

Ein Teil der umstrittenen Arreale liege "im Kernbereich der drei Sportstätten", dem Skistadion, der Kandaharpiste und dem Hausberg.

"Funktionsfähigkeit der Sportstätten nicht gegeben"

Ohne diese Grundstücke sei "die Funktionsfähigkeit der Sportstätten nicht gegeben" sagt das Schreiben aus, mit dem das IOC dazu bewegt werden soll, die Münchner Planungen zu überprüfen.

Der Brief an das IOC war Reaktion auf das Ultimatum der Grundstücksbesitzer an die Bewerbungs-Gesellschaft. Diese sollte bis zum 22. Dezember ihren Verzicht auf die Abgabe der Bewerbung erklären. Termin für deren Abgabe ist am 11. Januar am IOC-Sitz in Lausanne.

"Schreiben stellt für uns keine Überraschung dar"

Hieran hält die Bewerbungsgesellschaft fest, wie am Donnerstag eine Reaktion von Bernhard Schwank, dem Geschäftsführer des Projektes, deutlich machte. "Das Schreiben stellt für uns keine Überraschung dar, weil es ja angekündigt worden war. Es beinhaltet aber aus unserer Sicht auch keine Neuigkeiten. Wir möchten nochmals betonen, dass es sich nicht um 59 Grundstückseigentümer handelt, sondern eine Hand voll, die für unsere Planungen eine Rolle spielen.

Schwank ließ zudem wissen: "Wir setzen weiterhin auf die Gespräche mit den Grundstückseigentümern. Uns liegt sehr viel daran, eine tragfähige Lösung mit den Menschen vor Ort zu finden. Sollten wir nicht zum Erfolg in den Gesprächen kommen, haben wir wettbewerbsfähige Alternativen."

"Lassen uns das nicht von Einzelnen kaputtmachen"

Thomas Bach, der als Präsident des DOSB für einen aktuellen Kommentar nicht erreichbar war, hatte noch am Sonntag bei der Sportler-Wahl in Baden-Baden erklärt: "Wir lassen uns das nicht von Einzelnen kaputt machen", dabei aber auch die Hoffnung ausgedrückt, dass sich der Streit beilegen lasse.

Alle politischen Gremien stehen hinter der Bewerbungsgesellschaft. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte vergangenen Woche die nötigen 47 staatlichen Garantien für die Bewerbung unterzeichnet.

"Die olympische Bewerbung wird abgegeben", hatte auch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer unmittelbar nach der Forderung der Grundstückseigentümer erklärt und klar gemacht, dass man unbeirrt an dem Projekt festhält.

Schneider: Bewerbung ungefährdet

"Die noch offenen Grundstücksfragen lassen sich klären und gefährden die Bewerbung nicht", hatte Siegfried Schneider von der Bayerischen Staatskanzlei eine Woche zuvor im Kabinett gesagt.

Schneider, der die Verhandlungen mit den Grundstücksbesitzern führt, wies darauf hin, dass notfalls auch "entsprechende Ersatzlösungen bereitstehen" würden, falls man sich nicht mit allen Grundbesitzern einigen könne. Dies wurde auch als Androhung vorübergehender Enteignungen aufgefasst.

In Garmisch-Partenkirchen sind 2018 die Wettbewerbe im alpinen Skisport und Skispringen geplant, außerdem soll dort ein Olympisches Dorf für 2500 Personen entstehen.

Entscheidung im Juli

Das IOC entscheidet am 6. Juli 2011 im südafrikanischen Durban über den Winterspielort 2018. Neben München bewerben sich das schon zweimal mit Bewerbungen gescheiterte Pyeongchang/Südkorea und Annecy/Frankreich um die Spiele 2018.

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