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Ude (l.) und Bach (r.) wollen die olympischen Winterspiele 2018 nach München holen © getty

Der Münchner Oberbürgermeister wirft dem Vertreter der Grundstücksbesitzer ein "Spektakel" vor. DOSB-Chef Bach will die Wogen glätten.

München - Der Streit um benötigte Grundstücke für die Bewerbung von München um die Olympischen Winterspiele 2018 geht in die nächste Runde.

Der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude hat dem Anwalt der Grundeigentümer ein unlauteres Vorgehen vorgehalten.

"Wenn man überhaupt keine Chance hat, dann muss man ein öffentliches Spetakel veranstalten", sagte er am Sonntag am Rande des alpinen Weltcup-Rennens in München.

Und weiter: "Aus zwölf Jahren anwaltlicher Erfahrung kann ich nur sagen: Man muss halt zumindest die Gegenseite beeindrucken." Dies sei derzeit der Fall.

Seitz informiert IOC über Widerstand

Der Münchner Anwalt Ludwig Seitz hatte als Vertreter von 59 Grundeigentümern in Garmisch-Partenkirchen das Internationale Olympische Komitee (IOC) vom Widerstand seiner Mandanten gegen die Bewerbung in Kenntnis gesetzt.

Zudem hatte Seitz kurz vor Weihnachten ein Ende der Bewerbungsbemühungen verlangt.

Keine rechtliche Handhabe?

Ude suggerierte mit seinen Aussagen, dass Seitz keine rechtliche Handhabe besitze.

"Wenn man gute Chancen hat, zerrt man die Gegenseite vor Gericht. Wenn man geringe Chancen hat, sollte man immer möglichst einen Vergleich schließen", sagte Ude.

Seitz aber habe sich für "ein Spektakel" entschieden.

Bach will Wogen glätten

Mit einem eindringlichen Appell versuchte DOSB-Präsident Dr. Thomas Bach die Wogen zu glätten. Ein derartiges Verhalten wie momentan sei "inakzeptabel nach beiden Seiten", sagte er dem "Deutschlandfunk".

Bach stellte sich dennoch auf Seiten Udes und betonte, "dass in einem demokratischen Land Mehrheitsentscheidungen respektiert werden müssen".

In Garmisch seien in einem Fall Schritte eingeleitet, die Grundstückseigentümer an das Grundgesetz erinnern sollen, wonach Eigentum verpflichtet.

"Es geht nur um fünf, sechs Flächen"

"München 2018"-Bewerbungschef Bernhard Schwank betonte darüber hinaus, es gehe bei dem Streit mitnichten um die Flächen von 59 Eigentümern.

"Es sind fünf, sechs Grundstückseigentümer, die von unseren Planungen betroffen sind. Mit denen wollen wir im Gespräch bleiben. Wir setzen auf eine einvernehmliche Lösung", sagte Schwank.

Ude mutmaßte, die wenigen tatsächlich betroffenen Grundeigentümer würden noch um ihren eigenen Vorteil kämpfen.

Mögliche Lösung für ein Grundstück

Für eines der Grundstücke, das zunächst für die alpine Ski-WM im Februar (7. bis 20.) benötigt wird, zeichnet sich nach Angaben von Skiverbands-Präsident Alfons Hörmann eine Lösung ab.

Der Garmisch-Partenkirchner Bürgermeister Thomas Schmid habe ihm mitgeteilt, es gebe derzeit drei Möglichkeiten, um das Problem zu lösen, es sei nur noch zu klären, "wie" die Lösung schließlich aussehe.

Bei der umstrittenen Fläche handelt es sich um 4000 Quadratmeter im Zielbereich der Abfahrtsstrecke "Kandahar".

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